E-Plus will mit UMTS-Funktürmen Investitionen drücken

12. September 2004, 12:13
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Technik zum Patent angemeldet

Der drittgrößte deutsche Mobilfunknetzbetreiber E-Plus will beim Aufbau seines bundesweiten UMTS-Mobilfunknetzes mehrere 100 Funktürme nutzen und damit seine Investitionen für die neue Technik reduzieren. Durch die Funkversorgung von Türmen mit mehr als 100 Meter Höhe könne der Netzausbau schneller und mit geringeren Kosten erfolgen, teilte E-Plus am Freitag in Düsseldorf mit.

Einsparung

"Bis Ende des Jahres 2005 werden wir mindestens 60 Mio. Euro einsparen", sagte E-Plus-Chef Uwe Bergheim. Die UMTS-Versorgung von einem hohen Funkturm aus ersetze im Durchschnitt acht Funkstandorte, die in der Regel auf Häuserdächern montiert seien. Dadurch ergäben sich noch weitere Einsparungen bei den Betriebskosten, die sich bis Ende 2005 auf einen einstelligen Mio.betrag beliefen. Bis Jahresende plant E-Plus, 200 Funktürme mit UMTS-Antennen auszurüsten und damit die neue Mobilfunktechnik schnell in großräumigen Flächen nutzbar zu machen. Die bis Ende 2005 anfallenden Gesamtinvestitionen für das UMTS-Netz hatte E-Plus bisher mit 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro beziffert.

Geringe Nachfrage

Die seit kurzem verfügbare UMTS-Mobilfunktechnik ermöglicht unter anderem Videotelefonie und einen schnellere Datenverbindungen für den Versand von E-Mails oder die Internet-Nutzung über Mobiltelefone. Bisher ist die Nachfrage nach den Geräten und den Diensten noch gering, die UMTS-Netze der vier deutschen Netzbetreiber sind daher nur mäßig ausgelastet. Nach Angaben der Netzbetreiber kann bereits mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland UMTS nutzen, vorrangig in Ballungsgebieten. Bis Ende des Jahres 2005 müssen T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 mindestens die Hälfte der Bevölkerung mit UMTS versorgen.

Mit der UMTS-Versorgung von hohen Türmen wie Radio- und TV-Sendemasten sowie Industrie-Schornsteinen aus sieht sich E-Plus als Vorreiter. "Wir haben die Technik zum Patent angemeldet", sagte E-Plus-Chef Bergheim. Andere Netzbetreiber könnten die Technik dadurch nur eingeschränkt nutzen. Wegen des auf den Türmen beschränkten Platzes für Mobilfunk-Antennen könne kein konkurrierender Mobilfunkbetreiber auf die Funktechnik zurückgreifen.

Das technische Konzept für die UMTS-Versorgung von hohen Türmen (Ultra High Sites) aus wurde nach Unternehmensangaben von E-Plus-Mitarbeitern entwickelt. So genügt nach E-Plus-Angaben in der fränkischen Stadt Erlangen mit rund 100.000 Einwohnern ein einzelner Funkturm zur Versorgung des gesamten Stadtgebiets von mehr als 70 Quadratkilometern mit UMTS aus, da durch die große Höhe der Türme die Funkzellen eine weiträumige Fläche abdecken können. Bei der üblichen Funkversorgung mit UMTS-Antennen von Häuserdächern aus kann nach Branchenangaben mit einer Funkzelle in der Regel lediglich eine Fläche mit einem Durchmesser von 500 bis 700 Metern versorgt werden.(APA/Reuters)

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