Streit mit Microsoft über Antispam-Standard Sender ID

15. September 2004, 14:13
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Apache wirft Softwareriesen rigide Bestimmungen vor

Microsofts Lizenzierungsbedingungen beim geplanten Antispam-Standard Sender ID stoßen manchen Unternehmen sauer auf. Die Open-Source-Entwicklungsgruppe Apache Foundation hat ihre Unterstützung für den geplanten Standard zurückgezogen, berichtet der Branchendienst Cnet. Die vom Softwareriesen aus Redmond auferlegten Lizenzierungsbestimmungen seien zu streng, kritisiert die Apache Foundation.

Mit Open Source inkompatibel

"Wir glauben, dass die Lizenzen im Allgemeinen mit Open Source inkompatibel sind und den Praktiken von offenen Standards widersprechen", hieß es in einer Stellungnahme der Apache Foundation. "Kein Unternehmen soll geistiges Eigentum an zentralen Punkten der Internet-Infrastruktur geltend machen dürfen", fordert die Apache Foundation. Kritik an Microsoft kommt auch von anderen Entwicklern: "Durch Microsofts Vorgehen wird verhindert, dass Sender ID zu einem Standard in der Open-Source-Community werden kann", hieß es in einem Posting an das Standardisierungsgremium Internet Engineering Task Force (IETF). In seinen Lizenzierungsbestimmungen sieht Microsoft unter anderem vor, dass Mail-Service-Provider den Softwareriesen über alle User, die Sender ID verwenden, informieren müssen. Darüber hinaus, so die Kritik, habe Microsoft IETF nicht über die Patente informiert, die mit dieser Technologie zusammenhängen.

Schlüssel für den Kampf gegen Spam

Sender ID gilt als Schlüssel für den Kampf gegen Spam. Damit soll die verlässliche Authentifizierung der Absender von elektronischen Nachrichten möglich sein. Sender ID kombiniert im Wesentlichen zwei Standards: Caller ID für E-Mail von Microsoft und das so genannte Sender Policy Framework/Sender Permitted From (SPF), entwickelt von Meng Wong, Gründer des E-Mail-Service-Providers Pobox.com. Während Microsoft aus der Open-Source-Szene mit einiger Gegenwehr rechnen muss, begrüßt der US-Domainverwalter VeriSign das Vorgehen des Softwareriesen: "Wir sehen Sender ID als eine gute, leicht zu implementierende Lösung, um das Verfälschen von E-Mail-Domains (spoofing) zu stoppen", schrieb VeriSign-Manager Bruce Ong in einer E-Mail. (pte)

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