Ostgeschäft lässt RZB glänzen

3. September 2004, 16:56
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Netto-Gewinn in Halbjahresbilanz mehr als verdoppelt - Höhere Risikovorsorgen für Problemkredite

Wien - Im Konzern der Raiffeisen Zentralbank (RZB) sprudeln die Gewinne. Vor allem dank des florierenden Geschäfts in Osteuropa und neuer Zukäufe verdiente das Wiener Großinstitut im ersten Halbjahr 2004 unterm Strich mit 223,6 Mio. Euro mehr als doppelt so viel als im Vorjahr mit damals 102,9 Mio. Euro. Diese Zahlen gab die RZB am Freitag in den Unterlagen zu ihrer heutigen Halbjahrespressekonferenz bekannt. Einziger Wermutstropfen: Die Risikovorsorgen für Problemkredite fielen mit 93,7 (nach 73,2) Mio. Euro deutlich höher aus.

Ertragskennzahlen um mehr als ein Drittel gestiegen

Die wichtigsten Ertragskennzahlen des RZB-Konzerns sind in den ersten sechs Monaten 2004 gegenüber der Vorjahresperiode um mehr als ein Drittel gestiegen: Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge legte um 37,6 Prozent auf 429,9 Mio. Euro zu, der Provisionsüberschuss wuchs um 35,3 Prozent auf 228,1 Mio. Euro. Das Handelsergebnis lag dagegen mit 127,9 Mio. Euro um 5,1 Prozent unter dem Wert des ersten Halbjahres 2003. Das Finanzanlageergebnis drehte von minus 14,8 Mio. Euro auf 30,6 Mio. Euro ins Plus.

Vor Steuern verbuchte die Bank einen Gewinn, der mit 313,6 (nach 165,9) Mio. Euro um 89 Prozent höher lag. Das IFRS-Halbjahresergebnis je Aktie verbesserte sich ebenfalls stark, von 23,2 auf 51,3 Euro. "Besonders erfreulich ist, dass die RZB diesen kräftigen Ergebnisanstieg von einem bereits hohen Vorjahresniveau aus erzielt hat", wird RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner in den Unterlagen zitiert.

Mit dem Ergebnissprung der ersten sechs Monate haben sich auch die Kennzahlen des RZB-Konzerns verbessert. Die Cost/Income-Ratio (CIR) konnte im Halbjahresvergleich von 64,1 auf 58,4 Prozent verbessert werden. Gleichzeitig stieg der Return on Equity (ROE) vor Steuern von 15,5 auf 25,8 Prozent, der Return on Assets (ROA) vor Steuern von 0,67 auf 1,06 Prozent.

11,4 Prozent Mitarbeiterzuwachs

Im Gesamtkonzern, in dem die Zahl der Bankgeschäftsstellen um fast ein Fünftel von 740 auf 877 höher lag, erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 11,4 Prozent auf 23.533 Leute. Mit 19.993 Mitarbeitern beschäftigten die RZB-Netzwerkbanken in Zentral- und Osteuropa (CEE) um rund 14 Prozent mehr als per Jahresende 2003. Dabei hat die RZB nach eigenen Angaben knapp 1.500 Stellen geschaffen, 965 Mitarbeiter hat die im April für 126 Mio. US-Dollar (103,5 Mio. Euro) übernommene Albanische Sparkasse eingebracht. In Österreich jedoch wurde der Personalstand um 7,7 Prozent von 2.513 auf 2.320 zurückgefahren.

Die Bilanzsumme der RZB überstieg im Halbjahr erstmals die 60 Milliarden-Marke, mit 62,8 Mrd. Euro lag sie per Ende Juni um 12 Prozent über dem Jahresultimo 2003. Doppelt so stark wie das Konzern-Wachstum fiel das Wachstum der in der RZB-Ostbankenholding Raiffeisen International (RI) zusammengefassten CEE-Konzerneinheiten mit plus 25,9 Prozent (auf 25,3 Mrd. Euro) aus. Neben der freundlichen Konjunktur in Osteuropa war dafür auch die Akquisition der Albanischen Sparkasse (Banka e Kursimeve) verantwortlich. Das organische Wachstum der RI, für die für 2005 konkrete Börsenpläne bestehen, bezifferte die RZB mit 18,4 Prozent.

Der Halbjahresüberschuss vor Steuern der RI lag im Halbjahr bei 173,5 Mio. Euro und damit 25,4 Prozent über Vorjahr, der RoE vor Steuern stieg von 24,1 zum Jahresende 2003 auf 25,2 Prozent. Die Bankstellenzahl in CEE stieg um 126 auf insgesamt 823. Mit 82 Filialen steuerte hier die Albanische Sparkasse rund zwei Drittel des Zuwachses bei. Die Zahl der von den Netzwerkbanken betreuten Kunden lag zur Jahresmitte bei knapp über 4 Millionen, nach 3,2 Millionen Ende 2003. (APA)

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