Jackson soll Schweigegeld an weiteres Sexopfer gezahlt haben

5. September 2004, 21:30
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Anwälte äußerten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen

New York - Der Popmusiker Michael Jackson soll ein weiteres angeblich von ihm sexuell missbrauchtes Kind bereits vor Jahren mit einer großen Geldsumme zum Schweigen gebracht haben. Das behauptet der frühere Polizeichef des Bezirks Santa Barbara in Kalifornien, in dem sich Jacksons Neverland Ranch befindet.

Wie der Fernsehsender NBC in der Nacht zum Freitag berichtete, erklärte Sheriff Jim Thomas in einem Interview, nach seinen Erkenntnissen habe Jackson 1993 an die Familie des damals zwölfjährigen Buben zwei Millionen Dollar gezahlt (1,65 Millionen Euro). Nach Angaben des früheren Ermittlers handelte es sich bei dem Burschen um den Sohn eines Angestellten der Jackson-Ranch.

Interview wird ausgestrahlt

Das gesamte Interview will NBC in der Nacht zum Samstag in seiner Sendung "Dateline" ausstrahlen. Jacksons Anwälte äußerten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Die Polizei war laut NBC auf den betreffenden Buben aufmerksam geworden, als sie 1993 Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Seiten eines anderen Kindes untersuchte. Dieser erste Bub hatte alle seine Vorwürfe zurückgenommen. US-Medien hatten später berichtet, die Familie des Kindes habe dafür von Jackson eine Summe zwischen 15 und 20 Millionen Dollar erhalten.

Aussage verweigert

Der Ex-Sheriff sagte dem Sender NBC, für den er inzwischen als Berater tätig ist, sein Büro sei damals Hinweisen auf acht bis zehn Kinder nachgegangen, die "gewisse Zeit mit Jackson in dessen Schlafzimmer verbrachten". Sie hätten jedoch erklärt, dass "nichts passiert ist" oder die Aussage verweigert.

Jackson ist derzeit mit der Anklage des siebenfachen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen im vergangenen Jahr konfrontiert. Der Musiker befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Der Prozess soll im Januar des kommenden Jahres beginnen. Jackson hat mehrfach alle Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, er sei das Opfer einer Rufmordkampagne.(APA/dpa)

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