Afghanistan: Soldaten töteten zwei Gefangene

8. September 2004, 13:30
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Mehr als 20 Militärs sollen bestraft werden

Washington - Nach dem Tod von zwei Gefangenen in einem US-Gefängnis in Afghanistan sollen mehr als 20 US-Soldaten bestraft werden. Das empfahlen Armee-Ermittler nach einer mehr als einjährigen Untersuchung, berichtete die "New York Times" am Donnerstag. Die Soldaten sollen entweder angeklagt oder armeeintern bestraft werden. Ein Offizier wurde in diesem Zusammenhang bereits angeklagt.

Afghanische Gefangene wurden nach der Untersuchung auf dem US-Stützpunkt Bagram nördlich von Kabul lange vor dem Irak-Krieg misshandelt. Die Armee hatte zunächst angegeben, zwei ums Leben gekommene Männer im Alter von 22 und 30 Jahre seien eines natürlichen Todes gestorben.

Erst Reporternachfragen brachten die wahre Todesursache ans Licht. Die Männer waren geschlagen worden, was nach Überzeugung eines Armee-Pathologen zu ihrem Tod führte. Den meisten der etwa zwei Dutzend Soldaten, gegen die ermittelt wird, wird vorgeworfen, den Misshandlungen tatenlos zugesehen zu haben.

Die Soldaten gehören zu einer Einheit, die später auch im Irak im Einsatz war. Gegen Mitglieder dieser Einheit aus Fort Bragg (North Carolina) wird im Misshandlungsskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghraib ermittelt.

Insgesamt sieben Soldaten müssen sich deshalb vor Gericht verantworten, darunter Lynndie England, die auf zahlreichen Misshandlungsfotos zu sehen war. Nach Abschluss einer Voranhörung soll kommende Woche darüber entschieden werden, ob gegen die Soldatin Anklage erhoben wird. Englands Rechtsanwälte rechnen fest damit. (APA/dpa)

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