Airest will im Osten wachsen: Neueröffnung in Bratislava

17. September 2004, 16:56
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Verkauf von Essen an Bord von AUA-Flügen bisher schwächer als erwartet, dafür nahmen die Restaurants mehr ein

Wien – Der Airlinecaterer Airest hat nach Laibach nun auch am Flughafen in Bratislava eine Außenstelle. Damit werden die AUA, die seit Mai auch von Bratislava startet, sowie die Lufthansa-Tochter Cityline nicht mehr von Wien, sondern direkt vor Ort versorgt. Als neuer Kunde konnte jüngst die Slowenseke Aeroline gewonnen werden. Airest-Chef Georg Urbanski rechnet mit einem jährlichen Umsatz von ein 1,5 Mio. Euro, was etwa 300.000 Mahlzeiten entspricht. Als Nächstes will Urbanski am Flughafen Bratislava auch Restaurants am Terminal betreiben.

Jährlich eine neue Außenstelle als Ziel

Gut entwickelt habe sich die Tochter in Laibach, die Ende 2002 gegründet wurde und jährlich mehr als eine Million Mahlzeiten vor allem für Adria Airways, Easyjet und Pegasus produziert. Seit April 2004 betreibt Airest außerdem vier Restaurants am Laibacher Flughafen. Die AUA-Tochter Austrian Arrows, die Laibach anfliegt, wird von Wien aus beliefert. Urbanski erwartet heuer zwei Mio. Euro Umsatz in Laibach. Sein Ziel ist es, pro Jahr eine neue Außenstelle in Südosteuropa zu errichten, wobei die Sekundärflughäfen von Zagreb über Sarajewo bis Belgrad, aber auch jene in der Ukraine oder Weißrussland auf der Wunschliste stehen.

Unter den Erwartungen blieb bisher hingegen der Verkauf von Essen an Bord. Seit November 2003 serviert die AUA auf Flügen zwischen 60 und 100 Minuten nur mehr Essen gegen Bezahlung. Urbanski sagte im STANDARD-Gespräch, dass nur jeder sechste Passagier tatsächlich Essen kaufe, wobei die Bereitschaft dazu im Lauf des Tages stark abnimmt. Er habe mit 25 Prozent zahlenden Kunden pro Flug gerechnet, tatsächlich sind es nur knapp 17 Prozent.

Weniger Passagiere

Gewinn bringt der Verkaufsservice der Airest keinen. "Wir machen dieses Service für die AUA und sind froh, wenn wir mit null aussteigen", berichtet Urbanski. Die Airest gehört zu je einem Drittel AUA, Lufthansa und der Schweizer Gate Gourmet. Allein im ersten Halbjahr hat die Airest durch den Wegfall von Gratisessen eine Million Passagiere weniger versorgt.

Umsatzplus am Boden

Mehr als wettgemacht wird dieser Einbruch durch ein 20-prozentiges Umsatzplus in den Restaurants am Boden. "Viele Passagiere wissen, dass es an Bord kein Essen mehr oder nur eines gegen Bezahlung gibt, und versorgen sich bereits vor dem Abflug", so Urbanski. Gut läuft es dabei nicht nur auf der Homebase in Wien, sondern auch auf den Bundesländerflughäfen, wo die Zuwächse in der Gastronomie plus 25 Prozent betrugen und damit deutlich über dem Passagierzuwachs lagen. Mit Ausnahme von Klagenfurt wurden alle acht Flughafenrestaurants erneuert.

Die Zuwächsen in den Restaurants und die Expansion der AUA bescherten der Airest im Halbjahr dennoch ein Umsatzplus von drei Mio. auf 33 Mio. Euro. Im Gesamtjahr strebt die Airest, die in Österreich 780 Mitarbeiter beschäftigt, 70 Mio. Euro an, plus zehn Prozent gegenüber 2003. Das Ergebnis soll zumindest die Vorjahreshöhe von 3,5 Mio. Euro erreichen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.9.2004)

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