Deutschland: Gysi nimmt an Montags-Demonstration teil

4. September 2004, 16:41
12 Postings

Ex-PDS-Chef will bei Abschlusskundgebung sprechen - Gerüchte um Übertritt zu neuer deutscher Linkspartei dementiert

Berlin/Magdeburg - Der ehemalige Vorsitzende der reformkommunistischen deutschen PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus), Gregor Gysi, wird in der kommenden Woche bei einer Montags-Demonstration gegen die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Regierung in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) das Wort ergreifen. Das kündigte der im Jahr 2002 vom Amt des Berliner Wirtschaftssenators zurückgetretene Rechtsanwalt am Donnerstag in Berlin an.

Er werde aber vermutlich nur zur Abschlusskundgebung kommen, weil er zuvor noch andere Termine wahrnehmen wolle, sagte Gysi. Er sei von den Magdeburger Initiatoren der Demonstration bereits für den vergangenen Montag eingeladen worden, habe aber wegen Terminschwierigkeiten absagen müssen.

Gysi: Ich bin Mitglied der PDS und dabei wird es bleiben"

Der frühere PDS-Vorsitzende Gregor Gysi hat Spekulationen zurückgewiesen, er könnte sich einer neuen deutschen Linkspartei anschließen. "Ich bin Mitglied der PDS und dabei wird es bleiben", sagte Gysi der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Neues Deutschland" (Donnerstag-Ausgabe). Gysi war zuvor wegen Äußerungen über eine Zusammenarbeit der PDS mit einer neuen Linkspartei in den eigenen Reihen kritisiert worden.

"Keine reale Chance" für solche Partei in den neuen Ländern

Er sei überzeugt, dass eine solche politische Gruppierung "in den neuen Ländern keine reale Chance hätte", sagte Gysi. Anders sah er das für Westdeutschland: Hier könne eine Linkspartei möglicherweise ein Potenzial erschließen, das die reformkommunistische PDS nicht erreiche. In diesem Fall wären die PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) und die neue Linkspartei gut beraten, nicht zu versuchen, "sich gegenseitig tot zu machen", sondern Kooperationsmöglichkeiten zu finden.

Mitgliederschwund hält bei PDS an

In der PDS hält der Mitgliederschwund ungeachtet jüngster Wahlerfolge und guter Umfrageergebnisse an. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Mitglieder um 5.052 auf 65.753 zurück, teilte Parteisprecher Hendrik Thalheim am Donnerstag mit. Im den alten Bundesländern seien es Ende 2003 4.378 registrierte Genossen gewesen, um 330 weniger als zuletzt. Thalheim verwies jedoch darauf, dass sich der Mitgliederschwund der PDS verlangsamt habe. Er bestätigte mit seinen Angaben einen Bericht des Berliner "Tagesspiegel" vom Donnerstag. Dem Blatt zufolge stellen die Rentner mit einem Anteil von über 60 Prozent das Gros der PDS-Mitglieder, nach aktuellen Zahlen seien nicht einmal vier Prozent der PDS-Mitglieder jünger als 30 Jahre alt. (APA/dpa)

Share if you care.