Geiselnahmen in Russland seit Beginn des Tschetschenien-Konflikts

8. September 2004, 18:41
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Grafik: APA/ Quelle: APA

Das blutige Ende früherer Geiselnahmen

Moskau - Russland hat in den vergangenen zehn Jahren mehrere terroristische Überfälle mit Hunderten von Geiseln erlebt. In zwei Fällen stürmten Sondereinheiten die Gebäude, viele Geiseln kamen ums Leben.

Krankenhaus in Budjonnowsk, 14. Juni 1995: Der Rebellenführer Schamil Bassajew überfällt mit 100 Gefolgsleuten das Krankenhaus der südrussischen Stadt Budjonnowsk. Mehr als 1000 Patienten, Ärzte und Krankenhausangestellte geraten in ihre Gewalt. Einige Geiseln werden erschossen. Am vierten Tag stürmt eine Sondereinheit ohne Erfolg das Krankenhaus. Mindestens 15 Zivilisten sterben bei Schießereien. Die Rebellen bekommen freies Geleit und nehmen viele Geiseln in Bussen mit nach Tschetschenien. Dort werden die Opfer freigelassen.

Krankenhaus in Kisljar, 9. Jänner 1996: Etwa 300 Rebellen bringen das Krankenhaus der dagestanischen Stadt Kisljar mit etwa 2000 Menschen in ihre Gewalt. Tage später dürfen die Terroristen mit vielen Geiseln das Gebäude verlassen. An der Grenze zu Tschetschenien greifen die russischen Streitkräfte zu. Im Kugelhagel sterben 78 Polizisten, Soldaten und Zivilisten. Mehr als hundert Menschen werden verletzt. Die meisten Rebellen entkommen.

Musicaltheater in Moskau, 23. Oktober 2002: Mehr als 800 Menschen verfolgen das Musical "Nord-Ost", als Dutzende schwer bewaffnete Terroristen den Saal stürmen. Unter ihnen auch schwarz gekleidete Frauen ("Schwarze Witwen") mit Sprengstoffgürteln. Die Terroristen fordern den Abzug der russischen Armee aus Tschetschenien. Nach drei Tagen stürmen Spezialisten unter Einsatz von Betäubungsgas das Theater. Insgesamt 129 Geiseln sterben. Später wird Kritik an unzureichenden Erste-Hilfe-Maßnahmen laut. Auch alle 41 Terroristen kommen ums Leben. Viele von ihnen haben Genickschüsse. (APA/dpa)

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