Neue Warnung vor Produktionsstopp

7. September 2004, 11:15
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Behörden erhalten Zugriff auf Firmenkonten - Ölpreis legt wieder zu

Moskau - Die russischen Behörden haben nach einem Gerichtsurteil Anspruch auf Bankeinlagen des angeschlagenen Ölkonzerns Yukos über rund 76 Mrd. Rubel. Angesichts dessen hat der russische Ölkonzern erneut vor einem Ausfall seiner Ölproduktion gewarnt. "Dies legt die Produktionskapazitäten von Yukos lahm", erklärte das Unternehmen.

Ein Moskauer Gericht habe der Staatsanwaltschaft am Dienstag erlaubt, alle Einlagen der wichtigsten Produktionsgesellschaften von Yukos einzufrieren, erklärte der mit milliardenschweren Steuernachforderungen konfrontierte Konzern am Donnerstag in Moskau.

Auslieferung bedroht

Die Produktionsfirmen könnten daher ihre Rechnungen nicht mehr begleichen. "Die Auslieferung von Mineralölprodukten in mehr als 40 Regionen der Russischen Föderation wird bedroht sein", warnte Yukos, ohne dafür allerdings einen Zeitpunkt zu nennen.

Yukos hatte bereits in den vergangenen Wochen wiederholt Befürchtungen geäußert, seine Rohölproduktion bald stoppen zu müssen, weil der Transport nicht mehr bezahlt werden könne. Der russische Staat fordert allein für das Jahr 2000 umgerechnet 2,8 Mrd. Euro an Steuernachzahlungen von Yukos. Sollten die Forderungen zwangsvollstreckt werden, droht dem Konzern die Pleite.

Ölpreis zieht an

Der Ölpreis reagierte mit einem leichten Anziehen auf die Warnung aus Moskau; auch eine Hurrikan-Warnung für Florida und die Bahamas hielt die Händler in Atem. In London wurden für ein Barrel der Nordseesorte Brent am frühen Nachmittag 41,96 Dollar (34,48 Euro) gezahlt, 49 Cent mehr als am Vortag. Die New Yorker Referenzsorte Light Sweet Crude verteuerte sich im vorbörslichen Handel um 18 Cent auf 44,18 Dollar. Schon am Mittwoch hatten die Rohölpreise leicht angezogen; zuvor waren sie mehr als eine Woche lang gesunken, nachdem sie Ende der vorvergangenen Woche fast 50 Dollar in New York erreicht hatten. (APA)

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