Tyler Hamilton gegen die spanische Vorherrschaft

22. September 2004, 18:26
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Zeitfahr-Olympiasieger gilt neben den span­ischen Bergspezial­isten als großer Favorit auf den Gesamtsieg - Lutte versprüht Zuversicht

Leon/Berlin - Olympiasieger Tyler Hamilton will die seit 2000 andauernde spanische Vorherrschaft bei der Vuelta beenden, der US-Amerikaner aus dem Phonak-Team gilt als einer der größten Anwärter auf den Sieg der 59. Auflage der Spanien-Radrundfahrt, die am Samstag mit dem Mannschaftszeitfahren in Leon beginnt und über 3.034 Kilometer bis nach Madrid (26. September) geht. Einziger Österreicher am Start ist Peter Luttenberger (Team CSC). Viele Fahrer nützen die Vuelta als Vorbereitung auf die Straßen-WM vom 27. September bis 3. Oktober in Verona und Bardolino am Gardasee.

Treffen der spanischen Bergprofis

Das Vuelta-Podest war in den vergangenen Jahren Treffpunkt einheimischer Bergspezialisten, im Vorjahr triumphierte Roberto Heras vor Isidro Nozal und Alejandro Valverde. Ein Hamilton oder ein Alexander Winokurow wollen jetzt nachholen, was sie in der Tour de France verpasst haben. Hamilton hatte die Frankreich-Rundfahrt nach einem spektakulären Sturz aufgegeben, Winokurow war wegen eines Unfalls in der Tour de Suisse nicht angetreten. Jetzt versucht der Kasache aus dem T-Mobile-Team in Abwesenheit des Tour-de-France-Zweiten Andreas Klöden und Jan Ullrichs (4.) einen versöhnlichen Abschluss der bisher verpfuschten Saison einzuleiten.

Hamilton ist für sein Pech bereits mit dem Olympiasieg im Zeitfahren entschädigt worden. In seiner Wahlheimat will der 33-Jährige auch im Phonak-Trikot wieder glänzen. Zu den größten ausländischen Herausforderern zählt auch Damiano Cunego. Der 22-Jährige trat seit dem phänomenalen Triumph im Giro d'Italia vorwiegend in kleineren Rennen in Erscheinung. Die spanische Armada wird erneut von Heras angeführt. Mit einem dritten Gesamtsieg nach 2000 und 2003 könnte der Titelverteidiger das Tour-de-France-Debakel vergessen machen. Heras fährt seit dieser Saison als Nummer eins im Team Liberty Seguros.

Lutte gegen den Vuelta-Fluch

Luttenberger ist als einziger ÖRV-Radprofi am Start. "Mit der Vuelta in den Beinen sieht's bei der WM sicher ganz gut aus. Meine Form stimmt, einige Rennkilometer fehlen mir halt, aber dass wird sich in Spanien ja rasch ändern", schrieb der 31-jährige Wahl-Monegasse auf seiner Homepage luttenberger.com. Lutte ist bei seinen bisherigen sechs Vuelta-Starts nur zwei Mal ins Ziel gekommen und hat dabei nur die Ränge 81 (2002) und 62 (2003) belegt. (APA/dpa/SIZ)

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Vuelta

  • Tyler Hamiltons Siegesdurst ist selbst mit dem Olympia-Sieg im Zeitfahren längst nicht gelöscht.
    foto: epa/gero breloer

    Tyler Hamiltons Siegesdurst ist selbst mit dem Olympia-Sieg im Zeitfahren längst nicht gelöscht.

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