USA fordern Sanktionen gegen Iran wegen Atomprogramms

3. September 2004, 12:29
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Washington will Druck auf IAEO-Gouverneursrat ausüben, den Fall an den UN-Sicherheitsrat weiterzuleiten

Washington - US-Außenminister Colin Powell hält das iranische Atomprogramm für eine wachsende Bedrohung und verlangt internationale Sanktionen gegen Teheran. Die USA wollten den Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) bei seiner Sitzung am 13. September in Wien drängen, den Fall an den Weltsicherheitsrat weiterzuleiten, sagte Powell Reportern nach amerikanischen Presseberichten von Donnerstag.

Hintergrund ist ein bisher vertraulicher Bericht der IAEO, wonach der Iran die Anreicherung mehrerer Tonnen Uran zu waffenfähigem Material vorbereitet. Die Herbsttagung der IAEO beginnt am 13. September in Wien, am Sitz der UNO-Organisation.

Israels Botschafter in Berlin fordert Ultimatum gegen Iran

Der Iran könnte in "etwa drei Jahren" über Atomwaffen verfügen, wenn die internationale Gemeinschaft das Land nicht zum Verzicht auf sein umstrittenes Nuklearprogramm bewegen kann. Das sagte der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, dem Handelsblatt (Freitag-Ausgabe). "Der Iran muss ein klares Ultimatum erhalten, alle Zusagen gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO und der EU zu erfüllen", sagte Stein.

"Falls der Iran diesen Anforderungen nicht im Rahmen der Atombehörde nachkommt, sollte in einer zweiten Stufe der Weltsicherheitsrat angerufen werden." Es müsse klar sein: "Falls der Iran nicht bereit dazu ist, alle Aktivitäten einzustellen, die mit der Schließung des Brennstoffkreislaufes verbunden sind, wird es einen politischen und wirtschaftlichen Preis zahlen."

Stein forderte ein geschlossenes Auftreten der G-8-Staaten - einschließlich Russlands. Nach Ansicht des israelischen Botschafters ist das gesamte Establishment in Teheran "strategisch entschlossen", so schnell wie möglich atomare Waffen zu erhalten. Die iranische Debatte zwischen "so genannten gemäßigten Kräften" und Hardlinern kreise nur um die taktische Frage, ob man durch Verhandlungen auf Zeit spielen solle.

Stein betonte, Israel sei bereit, mit den arabischen Staaten Gespräche über Abrüstung, Rüstungskontrolle und regionale Sicherheit mit dem Endziel einer atomfwaffenfreien Region zu führen. Israel hat den Besitz atomarer Waffen nie offiziell zugegeben. Experten gehen jedoch davon aus, dass Israel hunderte Atomsprengköpfe besitzt. Die Angaben schwanken dabei zwischen 100 und 400. (APA/dpa)

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