Wien: Erstmals seit März 2003 weniger Arbeitslose

20. September 2004, 16:40
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Minus 0,3 Prozent bei insgesamt 76.772 gemeldeten Arbeitslosen im August - Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent

Wien - In Wien ist im August 2004 erstmals seit März 2003 die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen, und zwar um 0,3 Prozent. Laut AMS Wien handelt es sich um den ersten effektiven Rückgang "seit Jahren", die letzten beiden Male im Februar und März 2003 seien Ausreißer auf Grund der damals verdoppelten Schulungszahlen gewesen.

Die heute, Donnerstag, veröffentlichte Statistik des Wiener Arbeitsmarktservice (AMS) verzeichnet ein Minus von 213 Personen. Insgesamt waren 76.772 Menschen in Wien arbeitslos vorgemerkt. Die vorläufige Arbeitslosenquote stieg dagegen um 0,1 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Ursache dafür war das Sinken der unselbständigen Beschäftigtenzahl um 9.114 auf 759.342.

Männer betroffen

Ob sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit auch in den kommenden Monaten fortsetzen wird, wollte man im AMS nicht beurteilen. "Auf welche Seite die Münze fällt, wage ich nicht zu sagen", sagte Susanne Rauscher vom AMS auf APA-Anfrage.

Der jetzige Rückgang wurde nach Geschlechtern betrachtet ausschließlich bei den Männern wirksam. Von ihnen waren 43.614 arbeitslos gemeldet, was ein Minus von 383 (-0,9 Prozent) bedeutet. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg dagegen um 170 bzw. 0,5 Prozent auf 33.158.

Langzeitarbeitslose

Es waren 11.171 Personen langzeitarbeitslose Personen (mehr als ein Jahr lang arbeitslos) registriert, um 1,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Bei den Ausländern wies die Statistik ein Plus von 3,8 Prozent auf 14.814 Personen aus, davon 5.788 Frauen (plus 7,5 Prozent) und 9.026 Männer (plus 1,6 Prozent). Bei behinderten Personen konnte ein deutliches Minus, nämlich -10,6 Prozent auf 9.637 Personen verzeichnet werden.

Während bei Personen im Haupterwerbsalter (25 bis unter 45 Jahre) ein Anstieg von 6,1 Prozent auf 42.943 Personen hingenommen werden musste, gestaltete sich der Verlauf bei Jugendlichen bis unter 25 Jahre (minus 4,8 Prozent auf 8.536 Personen) und Älteren ab 45 Jahren (minus 8,2 Prozent auf 25.293 Personen) sehr erfreulich.

Mehr Akademiker auf jobsuche

Bei Personen mit mittlerer Ausbildung, Lehrausbildung und Pflichtschule sank bzw. stagnierte die Arbeitslosigkeit. Die Zahl der arbeitslosen Personen mit akademischer Ausbildung ist dagegen um 11,2 Prozent auf 4.379 Personen gestiegen. Bei Personen ohne Pflichtschulabschluss stieg die Arbeitslosigkeit allerdings ebenfalls unvermindert an, und zwar um 6,7 Prozent auf 6.673 Personen.

Trotz sinkender Gesamtarbeitslosigkeit war in einigen Berufsbereichen ein Anstieg zu verzeichnen, etwa in den Lehr- und Kulturberufen, der Reinigung oder im Handel. Gesunken ist die Arbeitslosigkeit in den Bereichen Bau, Büroberufe sowie Metall und Elektro.

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen betrug Ende August 3.474, ein Minus von 4,3 Prozent gegenüber dem August des Vorjahres. Es waren 1.943 Lehrstellensuchende vorgemerkt, um 747 Personen oder 27,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich verbesserte sich das gemeldete Lehrstellenangebot um 21,1 Prozent auf 298 Stellen. In Schulungen des AMS befanden sich 13.968 Personen, das sind um 2.774 oder 24,8 Prozent mehr als im August des Vorjahres.(APA)

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