Ivanschitz und die Vorfreude auf Beckham

2. September 2004, 19:41
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ÖFB-Kapitän blickt dem Duell mit Bewunderung aber ohne Ehrfurcht entgegen - Martin Stranzl machte schon unlieb­same Bekannt­schaft mit Michael Owen und Alan Smith

Wien - Auf Österreichs Fußball-Teamkapitän Andi Ivanschitz wartet am Samstag zum Auftakt der WM-Qualifikation im Wiener Happel-Stadion eine ganz besondere Aufgabe. Immerhin darf der Rapidler die ÖFB-Truppe Schulter an Schulter mit Englands "Skipper" David Beckham aufs Feld führen, mit dem großen Star die Wimpel tauschen und sich danach mit dem "Spice Boy" auf seiner linken Mittelfeld-Seite duellieren.

Allzu beeindruckt zeigt sich der Burgenländer von seinem Gegenspieler aber nicht. "Für mich ist es ganz normal, ihm die Hand zu geben. Ich freue mich nur auf das Spiel, und dass ich mich gegen ihn beweisen kann", sagte der 20-Jährige.

Klatsch und Sport

Zumindest abseits des Platzes will sich Ivanschitz den bekanntesten Kicker der Welt nicht als Vorbild nehmen. "Ich will nur Spaß am Fußball haben und mein Privatleben für mich behalten. Er ist ja schon fast mehr in den Klatschspalten als auf den Sportseiten zu finden", meinte Österreichs Kicker des Jahres.

Ein bisschen Bewunderung schimmert freilich doch durch, wenn der Linksfuß von Beckham spricht. "Er ist einfach etwas Besonderes, eine Stil-Ikone. In den nächsten 20, 30 Jahren wird es keinen Zweiten geben, der so populär sein wird wie er", prophezeite der ÖFB-Teamkapitän.

"Die Chance sich zu präsentieren"

Doch nicht nur allein an Beckham liegt es, dass die Krankl-Elf die Partie als klarer Außenseiter in Angriff nimmt. "Das ist ein großer Brocken, aber wir dürfen nicht pessimistisch sein, sondern müssen auch positiv denken. Dann ist sicher ein gutes Ergebnis möglich", erklärte Ivanschitz. Die Voraussetzungen für ein Fußball-Fest im Prater seien jedenfalls gegeben. "Das Spiel ist ausverkauft, wir haben eine Mannschaft, die sich immer besser kennen lernt. Jeder ist heiß auf die Partie, denn für jeden ist es die Chance, sich international zu präsentieren."

Grundsteinlegung

So wie Ivanschitz hofft auch Martin Stranzl auf ein "positives Ergebnis", sprich einen Punkt. "Das erste Spiel in der WM-Qualifikation ist eines der wichtigsten. Da kann man einen Grundstein legen. Wenn wir uns für die WM qualifizieren wollen, zählt jeder Punkt, da müssen wir auch gegen England punkten", sagte der Stuttgart-Legionär, der durch den Ausfall von Toni Ehmann in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen wird. "Mir ist es egal wo, ich spiele dort, wo mich das Team braucht. In der Mitte kann man mehr ins Spielgeschehen eingreifen und muss mehr Kommandos geben."

Owen, die Rakete

England schätzt der Burgenländer als "in der Defensive irrsinnig stark und sehr kompakt" ein und warnt vor schnellen Gegenstößen über die flinken Stürmer Michael Owen und Alan Smith. Mit beiden hat Stranzl übrigens schon Bekanntschaft gemacht. "Gegen Owen habe ich zum Beispiel mit dem ÖFB-U15-Team gespielt. Ich glaube wir haben 0:5 verloren und er hat drei Tore gemacht." In diesem Match sei bereits abzusehen gewesen, dass aus dem talentierten Jung-Stürmer einmal ein ganz Großer werden könnte. "Der ist schon damals abgegangen wie eine Rakete", erinnert sich Stranzl.

Smith, der Spielverderber

Unliebsame Bekanntschaft machte der Verteidiger auch mit Smith, und zwar mit 1860 München in der Champions-League-Qualifikation gegen Leeds United. Beim 1:2 im Hinspiel im August 2000 sorgte Smith für das 1:0 der Engländer und holte zudem einen Elfer (Foul von Harald Cerny) heraus, der zum 2:0 verwandelt wurde. Die Retourpartie verloren die "Löwen" vor eigenem Publikum 0:1 - Torschütze Alan Smith. (APA)

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ÖFB

  • Österreich gegen England oder: Ivanschitz (li) versus Beckham.
    fotomontage: derstandard.at/red

    Österreich gegen England oder: Ivanschitz (li) versus Beckham.

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