"Guantanamo am Hudson"

5. September 2004, 19:20
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Bisher 1760 DemonstrantInnen während Republikaner-Konvent in New York festgenommen - Kritik an Unterbringung der Festgehaltenen

New York - Seit Beginn des Parteikonvents der US-Republikaner in New York hat die Polizei bereits 1760 Demonstranten festgenommen, so viel wie noch nie bei einem Parteitag in der Geschichte der USA. Das stellte der Sprecher des New Yorker Strafgerichts, David Bookstaver, am Mittwochabend (Ortszeit) fest. Die tagelangen Proteste gegen US-Präsident George W. Bush verliefen überwiegend friedlich.

Bei den schweren Krawallen 1968 anlässlich des damaligen Parteitages der Demokraten hatte die Polizei in Chicago dagegen "nur" 589 Aktivisten in Handschellen abgeführt. Nach den Massenfestnahmen am Dienstag - offiziellen Angaben zufolge 1191 - ließ die Polizei am Mittwoch Milde walten und sperrte nur noch 19 Teilnehmer von Protestaktionen ein.

Unterdessen geriet die Stadt wegen der Unterbringung der Demonstranten in einem ausrangierten Busbahnhof in die Kritik. Das Gebäude macht wegen seiner angeblichen Verseuchung mit Asbest und Motorenöl sowie des mutmaßlich rauen Vorgehens der Polizei als "Guantanamo am Hudson" Schlagzeilen. Die New Yorker Gesundheitsbehörde prüfte die Luftqualität und fand nichts zu beanstanden. (APA/dpa)

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