Österreich international im Spitzenfeld

2. September 2004, 18:57
1 Posting

Die Wartelisten aber werden länger

Wien - Am Donnerstag betonten österreichische Experten die Spitzenstellung Österreichs, aber auch die Mankos: Nur rund ein Viertel der potenziellen Organspender werden in Österreich gemeldet, während noch immer Menschen auf den Wartelisten sterben.

"Österreich hat sich international einen Platz im Spitzenfeld erarbeitet, was die Zahl, die Qualität und die Breite der Organverpflanzungen angeht", sagte der Kongresspräsident, der Tiroler Transplantationspionier Univ-Prof. Dr. Raimund Margreiter.

Längere Wartelisten

Österreich ist neben Spanien weltweit das einzige Land, in dem mehr als 40 Nieren pro Million Einwohner transplantiert werden. Bei Leber-, Lungen und Bauchspeicheldrüsen-Verpflanzungen liegt Österreich ebenso im vordersten Feld. Doch wegen des zusätzlichen Bedarfs an Spenderorganen werden die Wartelisten länger. Umso mehr wäre es notwendig, noch viel mehr Organe von hirntoten Spendern zu bekommen.

Zwar ist Österreich auch hier international im Spitzenfeld, doch es gäbe noch viele Verbesserungsmöglichkeiten. Kongress-Co-Präsident Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher (AKH/Wien): "Wir verlieren Organe, nicht weil eventuell Angehörige nicht zustimmen (Einholung in Österreich zwar Usus, aber nicht Pflicht, Anm.), sondern Spender (von den Spitälern, Anm.) gar nicht gemeldet werden. Nur ein Viertel der potenziellen Organspender werden überhaupt 'verwendet'."

Potentielle Organspender

Waren es ehemals zu 70 Prozent Unfallopfer, die als Organspender in Frage kamen, so sind es derzeit bis zu 70 Prozent Menschen mit Hirntod nach Schlaganfällen oder Gehirnblutungen. Dr. Martina Moritz, Chefin des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG), das mit seinem Transplantationsbüro auch jährlich Bericht über diese für immer mehr Menschen notwendigen und segensreichen Aktivitäten erstellt, nannte ein Beispiel: "Die Warteliste bei den Nierenverpflanzungen steigt. Es sind rund 1.000 Menschen auf der Warteliste. Es ist leider so, dass pro Jahr rund 100 Menschen die Transplantation nicht mehr erleben." (APA)

Share if you care.