Trinkwasser­aufbereitungs­anlage für Kinderspital in Basra

4. September 2004, 21:31
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Mit österreichischen Spenden finanziert - Trink- und Nutzwasserbedarf des Spitals gedeckt

Wien - Das Mutter-Kind-Spital Ibn Ghazwan in der südirakischen Stadt Basra wird ab Oktober über eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen verfügen. Laut einer Aussendung der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB) vom Mittwoch deckt diese aus österreichischen Spenden finanzierte Anlage den gesamten Trinkwasserbedarf des Spitals sowie den Nutzwasserbedarf der chirurgischen Abteilungen ab. Damit werde eine wichtige Arbeit zur Vorbeugung von Erkrankungen geleistet.

Bereits vor dem Krieg, der im Vorjahr zum Sturz des Saddam-Hussein-Regimes geführt wurde, seien jeden Sommer Tausende Kleinkinder an schweren Durchfällen erkrankt. Viele seien daran gestorben, heißt es in der Aussendung der GÖAB weiter. Häufig erkrankten die Kinder auch im Spital. Die neue Trinkwasseraufbereitungslage soll nach Angaben der GÖAB dem nun ein Ende setzen.

Spendenbeiträge der Caritas Österreich und Caritas Bozen in der Höhe von 100.000 Euro ermöglichten die Finanzierung dieser Anlage. Die restlichen rund 30.000 Euro kamen aus den Spendenmitteln der GÖAB. Die Produktion wurde bereits Ende 2003 in Auftrag gegeben und dauerte bis März dieses Jahres. Auf Grund der schwierigen Lage im Irak verzögerte sich der Abschluss der Vorbereitungsmaßnahmen im Irak, aber auch der Transport der Anlage. In der ersten Oktoberhälfte soll laut GÖAB die Wasseranlage nun schließlich in Basra eintreffen und dort von einem österreichischen Ingenieur in Betrieb genommen werden.

Ende Juli hatte der Vertreter des UNO-Generalsekretärs für den Irak, Ross Mountain, darauf aufmerksam gemacht, dass auf Grund des Mangels an sauberem Trinkwasser eine humanitäre Krise in Basra drohe. Dieser Mangel werde zusätzlich durch einen Mangel an Stromversorgung und die herrschenden Temperaturen verschärft. "Nirgends im Irak ist die Situation so schlecht wie in Basra", hatte Mountain gemeint. Auf Grund des Wassermangels fürchtete er zudem, dass es zu politischen Unruhen in der Stadt kommen könnte. Auf diese Situation reagierte die GÖAB nun mit ihrem Projekt.

Während vor dem Ersten Golfkrieg 1991 das jährliche Budget für die die Instandhaltung der Wasser- und Abwasseranlagen im Irak laut GÖAB noch 100 Millionen Dollar (82,2 Mill. Euro) betragen habe, seien es 1996 nur mehr 8 Millionen Dollar (6,57 Mill. Euro) gewesen. Mitte Juni 2004 habe der Spezialist für Öffentliche Gesundheit Samson Samuel von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Basra angegeben, dass nur mehr 40 Prozent des Wasserbedarfs der Stadt aus dem Leitungsnetz gedeckt werden könnten. 60 Prozent der Bevölkerung würden mit Wasser aus dem Fluss versorgt, der neben Bakterien auch unzählige Toxine enthalte. (APA)

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