Max Hollein kuratiert Österreich-Beitrag der Biennale 2005

8. September 2004, 22:18
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Kunststaatssekretär Morak erhofft "jüngeren und anderen Blick" für Venedig

Wien - Max Hollein, der österreichische Leiter der Schirn Kunsthalle Frankfurt, wird 2005 den Österreich-Beitrag auf der Biennale Venedig kuratieren, gab Kunststaatssekretär Franz Morak (V) heute bekannt. Hollein sei "nicht nur ein ausgezeichneter Kenner der österreichischen Kunstszene", so Morak in einer Aussendung, "Seine Wahl bedeutet auch einen Generationenwechsel, einen jüngeren und anderen Blick."

Familiäre Stabübergabe

Dieser Generationswechsel hat auch innerfamiliäre Aspekte: Vater Hans Hollein war 1978 bis 1990 Österreichs Kommissär der Kunstbiennale Venedig. Auch sein Sohn Max hat bereits Kurator-Erfahrung in Venedig: Im Jahr 2000 hat er bei der Architektur-Biennale als erster nicht-amerikanischer Kommissär den US-Pavillon programmiert.

"Max Hollein ist ein erfahrener Ausstellungsmacher und höchst erfolgreicher Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Er hat schon frühzeitig internationale Erfahrungen gesammelt, seine Lehrjahre im Guggenheim Museum in New York wusste er in eine beachtliche Karriere umzusetzen", so der Kunststaatssekretär. Hollein habe die letzten Jahre bewiesen, "dass er sehr pointierte Positionen präsentiert. Damit hat er die Schirn in Frankfurt international herausragend positioniert".

Kunst und Kunstmarktboom

Max Hollein wurde 1969 in Wien geboren. 1994 schloss er sein Studium der Betriebswirtschaft an der Wiener Wirtschaftsuniversität mit einer Arbeit über "Aktuelle Vertriebsformen im Handel mit zeitgenössischer Kunst" ab. Sein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien beendete er 1995 mit Auszeichnung und einer Arbeit über "Zeitgenössische Kunst während des Kunstmarktbooms". 1995 wurde er - zunächst als "Curatorial Assistant" - an das New Yorker Solomon R. Guggenheim Museum berufen. Von 1996 bis 1998 war er als enger Mitarbeiter von Guggenheim-Direktor Thomas Krens "Executive Assistant to the Director", danach "Chief of Staff and Manager of European Relations".

Seit Oktober 2001 ist Max Hollein Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Seine dort programmierten Ausstellungen wie u.a. "Frequenzen [Hz] - Audiovisuelle Räume", "Shopping - 100 Jahr Kunst und Konsum", "Henri Matisse: Mit der Schere zeichnen", "Grotesk! - 130 Jahre Kunst der Frechheit", "Traumfabrik Kommunismus - Die visuelle Kultur der Stalinzeit" oder "Julian Schnabel - Malerei 1978-2003" erregten internationale Aufmerksamkeit. Hollein ist auch Mitglied zahlreicher Jurys und Beratungsgremien sowie Herausgeber und Verfasser vielfältiger Publikationen und Vorträge zum Museumswesen, zur zeitgenössischen Kunst und Kunst der Moderne. Sein Buch "Zeitgenössische Kunst und der Kunstmarktboom" erschien 1999 im Böhlau Verlag. (APA)

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