Hintergrund: Die Wahl im Netz

19. September 2004, 16:28
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Fast alle SpitzenkandidatI(nnen setzen auf Internet-Auftritt

Bregenz - Die SpitzenkandidatInnen der Vorarlberger Parteien setzen im Wahlkampf auf einen persönlichen Internet-Auftritt. Sechs der acht Spitzenkandidaten präsentieren unter einer Domain ihres Namens sich selbst und ihre Fraktion. Bernhard Amann hat seine Liste gar nach der Web-Seite http://www.vau-heute.at benannt. Nur Georg Fritz (Liste "Frizz") ist im World Wide Web nicht zu finden. Im Mittelpunkt stehen die Persönlichkeiten und viele teils private Fotos, ihre Arbeit sowie das Wahlprogramm.

Mit dem Versprechen "Gemeinsam mit der Bevölkerung werden wir den erfolgreichen Vorarlberger Weg auch in Zukunft fortsetzen" begrüßt Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) die Besucher auf seiner Web-Site http://www.herbertsausgruber.at. Neben sehr vielen Informationen zur Person sind auch zwei Links "Ich wähle LH Sausgruber, weil..." bzw. zum Personenkomittee, das Sausgruber unterstützt, platziert. Sausgrubers Frau Ilga ist ebenfalls eine Unterseite gewidmet.

Fetzige Musik ertönt nach der Eingabe von http://www.dieteregger.at. Im Gegensatz zum Internetauftritt des Landeshauptmanns ist auf der Seite seines Stellvertreters Dieter Egger (F) auch ein Gästebuch eingerichtet, in dem sich durchwegs positiv gehaltene Einträge finden. Für Fans des Landesstatthalters besteht außerdem die Möglichkeit, über seine Internetseite eine Autogrammkarte zu bestellen. Es stehen zwei Motive zur Auswahl.

Ebenfalls ein Gästebuch führt SPÖ-Spitzenkandidatin Elke Sader unter http://www.elkesader.at. Mit einigen Antworten auf die knapp 50 Einträge im Gästebuch nutzt Sader, laut Untertitel auf ihrer Seite "... eine starke Frau", ihre Web-Seite auch zur unmittelbaren Kontaktpflege mit potenziellen Wählern. Zudem verspricht die sozialdemokratische Spitzenkandidatin, dass jeder Besuch auf ihrer Webseite zwei Cent wert ist, die einer sozialen Einrichtung zu Gute kommen.

Als einziger der Spitzenkandidaten der Landtagsparteien verzichtet Johannes Rauch (Grüne) auf ein Porträtfoto auf der Startseite von http://www.johannesrauch.at. Dafür sollen elektronische Postkarten - eine mit seinem Konterfei - Verbreitung finden. Über einen Link in türkischer Sprache gelangt man auf eine in Türkisch gehaltene Unterseite, auf der sich die fünf türkischstämmigen Kandidaten auf der Liste der Grünen vorstellen.

Gerade noch rechtzeitig für zwei Wochen Wahlkampf ist die Seite von Bernhard Amann ("Vau-heute") fertig geworden. http://bernhardamann.at wurde nach Amanns Angaben von Freunden in Eigenregie gestaltet. "Material dafür haben sie offenbar im Netz mehr als genug gefunden", freut sich der Spitzenkandidat von Vau-heute. Seine Liste tritt offiziell als http://www.vau-heute.at an - unter dieser Domain bietet Amann schon länger Informationen an.

Auch der Bregenzer Rechtsanwalt Wilfried Ludwig Weh ("Liste Freier Bürger - FNG") präsentiert sich und seine Liste im Internet. http://www.weh.at lautet seine Domain. Schlichter gehalten als die Seiten der anderen Spitzenkandidaten, wird (vorerst) auf spezielle Wahlgags verzichtet. Das Forum ist noch so gut wie leer.

Unter http://buntkariert.net muss einsteigen, wer die "Buntkarierten" im Internet besuchen möchte. Per Gästebuch und Forum lädt "Die cosmopolitische Liste im Auftrag der Jugend" zum Diskutieren ein.

Einzig der Bregenzerwälder Landwirt Georg Fritz ist im Internet nicht vertreten. Er wirbt auf den Vorarlberger Wochenmärkten mit dem Slogan: "Frizz gewagt, ist halb gewonnen." (APA)

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