"Women on Waves" schlägt politisch hohe Wellen

2. September 2004, 12:04
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Portugal: "Abtreibungsschiff" von Kriegsschiffen in internationale Gewässer abgedrängt

Lissabon - Die Abweisung eines als Abtreibungsklinik dienenden Schiffes aus den Niederlanden hat in Portugal einen heftigen politischen Streit entfacht. Der sozialistische Präsident Jorge Sampaio forderte am Mittwoch vom konservativen Ministerpräsidenten des Landes, Pedro Santana Lopes, eine Erklärung für das Vorgehen der Behörden gegen die "schwimmende Klinik" der Stiftung "Women on Waves" (WoW), berichteten portugiesische Medien am Mittwoch.

Vermutlich...widerrechtlich

Zwei Kriegsschiffe hatten das Schiff auf Anweisung von Verteidigungsminister Paulo Portas gezwungen, außerhalb der Zwölf-Meilenzone vor Figueira da Foz, 200 Kilometer nördlich von Lissabon, beizudrehen. Die Regierung begründete ihre Entscheidung mit der Vermutung, dass auf dem Schiff gegen portugiesisches Recht verstoßen werden könnte. Die BetreiberInnen des Schiffes hatten versichert, die Abtreibungspille werde nur außerhalb der Zwölf-Meilenzone und damit nicht auf portugiesischem Staatsgebiet verabreicht.

Debatte ausgelöst

Staatschef Sampaio betonte, er sei Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Vorgehen der Behörden, über das er nicht informiert gewesen sei, habe dem Ansehen Portugals im Ausland bereits erheblichen Schaden zugefügt. Das Schiff, dass in den vergangenen Monaten vor Irland und Polen kreuzte, hat in Portugal eine heftige Debatte über das Abtreibungsrecht ausgelöst. Das Gesetz erlaubt Schwangerschaftsabbrüche nur bei schweren gesundheitlichen Risiken für die Mutter, Missbildungen des Fötus oder nach Vergewaltigungen. (APA)

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    Women on Waves - eine Gefahr für die nationale Gesundheit, meint die Regierung
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