Rekordergebnis in Griffweite

20. September 2004, 16:38
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Umsatz 3,5 Prozent über Vorjahr - Nächtigungen mindestens auf Vorjahresniveau erwartet - Zuwächse vor allem im Städtetourismus

Brüssel - Der Tourismus in Österreich blickt nach einem stärkeren August heuer einem neuen Rekordergebnis entgegen. Nach einer wetterbedingt schwächeren ersten Sommerhälfte (Mai bis Juli) sei die Auslastung im August sehr gut gewesen und auch für Herbst gebe es "schon viele Reservierungen", sagte der Chef der Österreich Werbung (ÖW), Arthur Oberascher, am Rande einer Pressekonferenz in Brüssel. Insgesamt glaubt Oberascher daher, "dass das Rekordjahr 2003 heuer noch einmal übertroffen werden könnte". Beim Umsatz werde der heimische Tourismus auf jeden Fall 3 bis 3,5 Prozent über dem Vorjahr liegen, so der der ÖW-Chef.

Von Mai bis Juli hatten der österreichische Tourismus ein Nächtigungsminus von 1,1 Prozent verzeichnet. Starke Rückgänge gab es vor allem bei inländischen Gästen (minus 4,9 Prozent). Ein neues Imageproblem im Inlandstourismus sieht Oberascher aber nicht. "Das ist klar verständlich, das war die Witterung", meint er.

Gäste aus dem Ausland nicht ausgeblieben

Positiv sei außerdem, dass trotz des schlechten Wetters die Gäste aus dem Ausland nicht ausgeblieben seien, die Zahl der Nächtigungen von ausländischen Gästen ist sogar leicht gestiegen (um 0,8 Prozent). Erfreulich sei vor allem, dass trotz der wirtschaftlich angespannten Situation in Deutschland die Zahl der deutschen Gäste seit Jahresbeginn praktisch konstant geblieben sei - auch wenn die Deutschen heuer etwas weniger ausgegeben hätten.

Dass die Tourismussaison 2004 dennoch ein deutliches Umsatzplus bringen wird, ist laut Oberascher vor allem auf einen Boom im Städtetourismus zurückzuführen. Allein der Wien-Tourismus hatte, wie berichtet, im Juli ein Nächtigungsplus von fast 13 Prozent verzeichnet. "Hier wird auch mehr ausgegeben", erklärte Oberascher.

US-Gäste auf Kurztripps

Vor allem Gäste aus Nordamerika würden zunehmend drei- bis viertägige Kurztripps in europäische Städte unternehmen. Hier gebe es auch noch großes Potenzial, meint Oberascher, seit kurzem auch Präsident der European Travel Commission (ETC). Im Herbst plant die ETC in New York eine große "Europawoche". Im Oktober 2005 soll außerdem eine neue Internetseite unter "visiteurope.com" online gehen, die künftig eine europaweite Angebotssuche erlauben wird. Zeitgleich wird in Nordamerika auch eine neue Kampagne starten. Der Spruch für diese Kampagne, der in einer Umfrage bei den Amerikanern am besten angekommen ist: "It's the American century, but it's the European season."

Für die Wintersaison 2004 wagt Oberascher noch keine Prognose. Nach wie vor würden Urlaube relativ kurzfristig gebucht. Für Österreich habe er aber "keine Furcht". Die Alpenrepublik habe sich als fixer Bestandteil des europäischen Wintertourismus etabliert. Vor allem aus dem Osten kämen immer mehr Wintergäste nach Österreich, so Oberascher.(APA)

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    Der Städtetourismus rettete die Saison

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