T-Mobile Austria-Chef Pölzl: Fünf Mobilfunknetze machen keinen Sinn

2. September 2004, 11:33
posten

Österreichs Handy-Betreiber vor massiver Marktbereinigung

In Österreich tätige Mobilfunk-Netzbetreiber müssen in den nächsten Jahren mit einer massiven Marktbereinigung rechnen. Der bereits begonnene Verdrängungswettbewerb werde sich weiter verstärken, erwartet der Geschäftsführer von T-Mobile Austria, Georg Pölzl. "Darunter werden vor allem die privaten Anbieter leiden", sagte Pölzl bei den Wirtschaftsgesprächen im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach. Marktführer Mobilkom Austria und Verfolger T-Mobile sind Töchter von Ex-Monopolisten – der Telekom Austria bzw. der deutschen Telekom.

In drei Jahren werden wir nicht mehr fünf Infrastrukturen haben, es macht keinen Sinn, jedes Mal je 5.000 Sendestationen zu errichten"

Die derzeitige Situation in Österreich – 7 Anbieter und 5 Mobilfunknetze – sei europaweit einzigartig und wohl auch nicht von Dauer: "In drei Jahren werden wir nicht mehr fünf Infrastrukturen haben, es macht keinen Sinn, jedes Mal je 5.000 Sendestationen zu errichten", so Pölzl.

Spannung

In welche Richtung sich die erwartete Marktbereinigung entwickelt, ist laut Pölzl offen, "es wird spannend". Der späte Beginn des Mobilfunks in Österreich habe die Stellung der Telekom Austria und ihrer Tochter Mobilkom Asutria als Ex-Monopolisten sehr gefestigt. In Summe seien hierzulande zusammen rund 10 Mrd. Euro in Mobilfunk investiert worden, wobei vor allem im Jahr 2000 ein regelrechter "Hype" zu beobachten war. Nach einer darauf folgenden gewissen Ernüchterung sei jetzt neues Wachstum zu beobachten.

Zahlen

In Österreich gibt es laut aktuellen Zahlen 7 Millionen Mobiltelefone, weltweit sind es mittlerweile 1,5 (2003: 1,34) Milliarden, davon eine Milliarde nach dem GSM-Standard. Im so genannten "Kondratieff-Zyklus" – sieht Pölzl den Höhepunkt der Informationstechnologie und Kommunikation bereits überschritten. Der Wirtschaftsforscher Kondratieff unterteilte die Wirtschaftsentwicklung in 40 bis 60 Jahre währende Zyklen, die jeweils von bahnbrechenden Erfindungen und deren erfolgreicher Anwendung geprägt waren. Bisherige Zyklen umfassten beispielsweise die Dampfmaschine, die Lokomotive, das Auto oder jetzt den Computer und das Internet. Einen neuerlichen "Hype" erwartete Pölzl im Bereich Datenkommunikation. (APA)

Share if you care.