100-Jahr-Feiern der Wiener Volksoper

4. September 2004, 00:04
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Gala am Samstag erinnert an Rolle als "Ausweichquartier"

Wien - Mit einer großen Gala feiert die Wiener Volksoper am Samstag, 4. September (19 Uhr), ihr 100-jähriges Bestehen als Musiktheater. Mitwirkende bei der von Christoph Wagner-Trenkwitz moderierten Veranstaltung sind u. a. der zukünftige erste Kapellmeister Alfred Eschwe, Annely Peebo, Morten Frank Larsen, Wicus Slabbert oder Ulrike Steinsky. Weitere Termine sind der 10. und der 18. September.

Die Gala taucht musikalisch in die Zeit des ersten Direktors der Volksoper, Rainer Simons, und in die Mitte der 1950er Jahre, als die Volksoper vom Nachkriegs-Ausweichquartier der Staatsoper zum eigenständigen Bundestheater mit unverwechselbarer Programmgestaltung wurde.

Private Initiative

Das Haus am Gürtel wurde 1898 aus privaten Mitteln zum 50. Jahrestag der Krönung von Franz Joseph I. als "Kaiserjubiläums- Stadttheater" erbaut. Nach mangelndem Interesse an wurde das Gebäude ab Anfang des 20. Jahrhunderts vom neu gegründeten "Volksopern- Verein", dem das Geld für einen geplanten eigenen Neubau ausgegangen war, als "Volksoper" genützt. Erster Direktor nach der Neuausrichtung wurde Rainer Simons, der das Haus von 1903 bis 1917 führte.

Zur Aufführung von Carl Maria von Webers "Freischütz" am 15. September 1904 setzte Simons unter den sperrigen alten Theaternamen erstmals den Zusatz "Volksoper". Dieses Jubiläum wird nun am Samstag mit der Gala gefeiert, wo auch eine kleine Auswahl aus bekannten und weniger bekannten Werken der Ära Simons erklingt.

Ab 1906 wurde das Haus ausschließlich Volksoper genannt und bot nur mehr Opern und Operetten, programmatisch näherte man sich der Hofoper am Ring, wo die Nähe mit Misstrauen beäugt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich die Volksoper als "Ausweichquartier" für die Staatsoper einen Namen. 1955 wurde die Volksoper in den Bundestheaterverband aufgenommen. (APA)

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