5000 Demonstranten bilden "Arbeitslosen-Kette"

3. September 2004, 19:29
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Erneut Proteste gegen Bush-Politik

New York (APA/Reuters) - Am Rande des Parteikongresses der US-Republikaner in New York ist es am Mittwoch den dritten Tag in Folge zu Protesten gekommen. Während die Partei im Madison Square Garden erneut die Führungsstärke von US-Präsident George W. Bush pries, bildeten rund 5000 Demonstranten eine "Arbeitslosen-Kette" durch die Innenstadt. Seit Beginn des Parteikongresses am Montag wurden mehr als 1500 Demonstranten verhaftet.

Beobachter gegen davon aus, dass die Proteste weiter zunehmen werden, wenn Bush am Donnerstag persönlich in New York auftritt. Am Abend erwiderte Vize-Präsident Dick Cheney vor dem Konvent scharfe Angriffe des demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten John Kerry, der Bush eine völlig verfehlte Irak-Politik vorwarf. "Wenn wir vom Irak sprechen, würde ich nicht sagen, dass ich eine Sache anders gemacht hätte - ich hätte alles anders gemacht", sagte Kerry vor Veteranen in Nashville.

"Der nächste Entlassungsbrief könnte deiner sein", stand auf den Handzetteln, die die 5000 Demonstranten in den Straßen New Yorks verteilten. "Wir sind hier, um zu zeigen, dass niemals in der Geschichte Amerikas seit der Großen Depression einen so anhaltenden Verlust von Arbeitsplätzen gegeben hat, wie in den vergangenen vier Jahren", sagte ein Teilnehmer. Der fast stille Protest der Demonstranten stand in deutlichem Kontrast zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen am Dienstag mehr als 1000 Demonstranten festgenommen wurden.

Den dritten Tag in Folge schafften es einzelne Bush-Gegner auch in den Tagungsort des Parteikongresses im Madison Square Garden. Der Stabschef im Präsidialamt, Andrew Card, musste seine Ansprache an die jungen Republikaner, darunter auch die Zwillingstöchter des Präsidenten, unterbrechen. Sechs Demonstranten kletterten auf Stühle und forderten ein stärkeres Engagement der Regierung bei der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids.

Am Abend rückte mit der Rede Cheneys wieder der Irak-Krieg und die Sicherheitspolitik in den Mittelpunkt. Cheney hatte zwar angekündigt, über die Bildungs- und Wirtschaftspolitik zu sprechen. Allerdings reagierte er auch auf Attacken Kerrys, der Bush bei einem Veteranen-Treffen in Nashville vorwarf, keine Vorbereitungen für die Nachkriegszeit im Irak getroffen zu haben und das Landes nicht ausreichend zu schützen. Cheney bezeichnete laut der im Voraus veröffentlichten Redeauszügen die Präsidentenwahl am 2. November als einen bedeutenden Moment, an dem die US-Wähler eine grundlegende Entscheidung über die langfristige Sicherheit des Landes träfen. In der Frage der Rolle Amerikas in der Welt sei der Unterschied zwischen Bush, der jahrelange Erfolge aufzuweisen habe, und Kerry am größten.

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