Gazastreifen: Panzer rücken in Khan Yunis ein

4. September 2004, 16:59
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Vier Palästinenser getötet - Raketenabschussbasis palästinensicher Extremisten gesprengt

Gaza - Israelische Truppen sind in der Nacht zum Donnerstag ins Flüchtlingslager Khan Yunis im Gazastreifen vorgerückt, um zwei mehrstöckige Wohngebäude einzureißen. Etwa 40 Familien seien obdachlos geworden, berichteten Anwohner, die israelischen Streitkräfte sprachen von zwölf betroffene Familien.

Nach Angaben eines Militärsprechers hatten palästinensische Extremisten aus den Gebäuden wiederholt Raketen und Granaten auf nahe liegende jüdische Siedlungen abgefeuert. In den vergangenen Tagen seien zehn israelische Zivilisten und Soldaten verletzt worden. Am Donnerstagmorgen zogen die Soldaten wieder ab.

Vier Palästinenser getötet

Bei einem Einsatz der israelischen Armee im zentralen Gazastreifen sind am Donnerstag mindestens vier Palästinenser getötet worden. Nach Angaben palästinensischer Ärzte und Sicherheitskräfte wurden in Deir al Balah drei 19-Jährige und ein 15-Jähriger erschossen. Die Soldaten hätten das Feuer auf eine Gruppe Steine werfender Jugendlicher eröffnet.

Dagegen teilte die Armee mit, die Soldaten hätten zwei bewaffnete Palästinenser getroffen, die beim Vorbeifahren eines Armeefahrzeugs einen Sprengsatz hätten zünden wollen. Seit Beginn des zweiten Palästinenseraufstandes vor knapp vier Jahren kamen über 4200 Menschen ums Leben, darunter mehr als 3200 Palästinenser.

Verletzte bei Hubschrauberangriff

Zu Beginn der Offensive wurden bei einem israelischen Hubschrauberangriff laut Krankenhausangaben sieben Palästinenser verletzt, darunter mindestens zwei Extremisten. Eine Rakete zielte auf eine Gruppe von Palästinensern, die eine Mine legen wollten, hieß es. Dabei sei die Mine detoniert.

Unterdessen entdeckten israelische Soldaten im Gazastreifen einen Tunnel, der von einem Haus in Richtung der jüdischen Siedlung Kfar Darom gegraben wurde. Dabei sei es zu Kämpfen gekommen, ein Palästinenser sei getötet worden, mindestens 15 weitere verletzt. (APA/AP)

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