Torrijos als Präsident vereidigt

2. September 2004, 19:23
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Sozialdemokrat will Beziehungen zu Kuba normalisieren - Kritik an Vorgängerin Mireya Moscoso

Panama-Stadt - Der Sozialdemokrat Martin Torrijos ist am Mittwoch als neuer Präsident Panamas vereidigt worden. Der 41-jährige Politiker ist der Nachfolger von Präsidentin Mireya Moscoso. Er hatte sich bei der Präsidentschaftswahl Anfang Mai mit rund 47 Prozent der Stimmen gegen den früheren Staatschef Guillermo Endara durchgesetzt, der rund 31 Prozent der Stimmen erhielt.

Kritik an Moscoso

Panamas neuer Präsident Martin Torrijos will die diplomatischen Beziehungen zu Kuba wieder herstellen. Bei seiner Amtseinführung am Mittwoch kritisierte Torrijos seine Vorgängerin Mireya Moscoso, die in der vorigen Woche vier in Panama inhaftierte und in Kuba als Terroristen gesuchte Exilkubaner begnadigt hatte. Kuba hatte deshalb am vorigen Donnerstag die diplomatischen Beziehungen zu Panama abgebrochen. Venezuela hatte am Freitag seinen Botschafter aus Panama zurückgerufen.

"Diese bedauerliche Begnadigung hat die Angeklagten in den Mantel der Straffreiheit gehüllt", sagte Torrijos, der auch die Beziehungen zu Venezuela schnellstens normalisieren möchte. Die vier Exilkubaner waren im November 2000 unter dem Vorwurf festgenommen worden, ein Attentat auf Kubas Staatschef Fidel Castro zu planen. Castro hielt sich zu dem Zeitpunkt wegen eines Iberoamerikagipfels in Panama auf.

Torrijos, Sohn des 1981 verstorbenen Diktators Omar Torrijos, hatte am 2. Mai die Präsidentenwahlen mit deutlicher Mehrheit gewonnen. Der international erfolgreiche Salsa-Sänger Ruben Blades wird in seinem Kabinett Tourismusminister. In Torrijos' fünfjährige Amtszeit fällt voraussichtlich eine Entscheidung über den Ausbau des Panamakanals. Bereits am Mittwoch protestierten Bauernorganisationen gegen das Milliardenprojekt, bei dessen Verwirklichung Dutzende Dörfer von neuen Stauseen überflutet würden. (APA)

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    Martin Torrijos, Präsident

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