Zavos will totes Kind geklont haben

6. September 2004, 18:58
9 Postings

Umstrittener Forscher blieb aber auch diesmal die Beweise schuldig

London/Wien - Der umstrittene zypriotische Forscher Panos Zavos will in den USA wieder menschliche Embryos geklont haben, doch wie schon in der Vergangenheit blieb er auch diesmal die Beweise dafür schuldig.

Er habe das Erbgut eines bei einem Unfall verstorbenen elfjährigen Mädchens in entkernte Eizellen einer Kuh eingepflanzt (eine Technik, die seit 1996 erforscht wird), zwei lebensfähige Embryonen seien entstanden - freilich nur für Forschungszwecke, betonte er bei einer Pressekonferenz in London. Die DNA stamme aus Gewebe des Mädchens, das deren Eltern zuvor im Kühlschrank aufbewahrt hätten.

Reaktion

Verschmelzungen von menschlichen Zellkernen mit tierischen Eizellen habe es schon mehrfach gegeben, dies sei nichts Besonderes und habe vor allem nichts mit Leben und Tod zu tun, sagte Georg Weitzer vom Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Wien.

Derartige Chimären-Experimente habe es bereits gegeben, etwa mit Kaninchen so Weitzer. Allerdings ging es dabei stets um mögliche ethisch unbedenkliche Quellen von embryonalen Stammzellen. Dass aus den Kuhzellen mit Menschenkern Menschen oder sonstige lebende Wesen entstehen könnten hält Weitzer für absolut ausgeschlossen. Schon das Zusammentreffen des menschlichen Erbguts (DNA) mit dem Erbgut des Rindes in Form der außerhalb des Zellkerns lokalisierten mitochondrialen DNA müsse zu unüberbrückbaren Konflikten führen.

Abgesehen davon: Wer sollte das Wesen austragen? Eine Mutterkuh wurde das menschliche Gewebe effektiv bekämpfen, umgekehrt wurde eine menschliche Leihmutter die vom Rind stammenden Zellen abstoßen. Letztendlich würde das Ganze als "wilder Zellhaufen tumorartig seinem Ende entgegen gehen", ist der Experte überzeugt. (APA/DER STANDARD, Print, 2.9.2004)

Share if you care.