Erster Vorstoß für Verbot in italienischen Schulen

1. September 2004, 19:40
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Forza Italia-Abgeordneter: Mädchen islamischer Familien werden untergeordnet

Rom - Ein Abgeordneter der Regierungspartei Forza Italia will sich an Frankreich ein Beispiel nehmen und auch in Italien Kopftücher in Schulen und öffentlichen Büros verbieten. Einen dementsprechenden Gesetzesentwurf reichte der Deputierte Daniele Galli am Mittwoch in der römischen Abgeordnetenkammer ein.

"Mit dem Kopftuch werden die Mädchen islamischer Familien untergeordnet. Man darf nicht zulassen, dass dieses islamische Symbol in den italienischen Schulen getragen wird"!, so der Parlamentarier. Im Namen des in der Verfassung verankerten Prinzips der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau dürfe das Kopftuch nicht zugelassen werden.

Laizismus

"Angesichts des Falls der französischen Journalisten denken wir, dass das Thema des Laizismus der Schule auch in Italien aktuell werden sollte", betonte Galli, der in einem Turiner Wahlkreis gewählt wurde. Seinem Gesetzprojekt zufolge sollen in den Schulen auch Rosenkränze sowie andere Symbole, die Frauen diskriminieren, verboten werden.

In der friulanischen Kleinstadt Azzano Decimo (Provinz Pordenone) dürfen Frauen seit August in öffentlichen Lokalen keine Burkha mehr tragen, die sie von Kopf bis Fuß verschleiert. Ein entsprechendes Verbot hatte Bürgermeister Enzo Bortolotti von der rechtspopulistischen Lega Nord mit Unterstützung der Mitte-Rechts-Parteien im Gemeinderat durchgesetzt. Er rechtfertigte die Maßnahme mit Sicherheitsgründen. (APA)

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    Der Abgeordnete Daniele Galli reichte in der römischen Abgeordnetenkammer einen Gesetzesentwurf zum Kopftuchverbot an Schulen ein.
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