Hohe Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

1. September 2004, 18:24
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Umfrage im Auftrag der steirischen VP ortet allerdings sinkende Zustimmung bei Adoption

Graz - Eine hohe Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Alltag und im eigenen sozialen Umfeld sowie eine weitgehendes Einverständnis mit einer rechtlichen Gleichstellung attestiert eine Umfrage im Auftrag der steirischen Volkspartei. Allerdings nimmt die Akzeptanz ab, wenn es um die Themen Kinder und Adoption geht. "Das Ergebnis zeigt, dass die Steirerinnen und Steirer offener, toleranter, lebensnäher und ideologieferner sind, als viele annehmen", kommentierte Landesparteisekretär Andreas Schnider am Mittwoch.

In der vom Institut x-sample in Zusammenarbeit mit dem Dialogcenter der Diözese Graz-Seckau durchgeführte Umfrage wurden telefonisch 405 Personen interviewt. Grundsätzlich würden drei Viertel aller Steirerinnen und Steirer eine homosexuelle Partnerschaft in ihrer eigenen Verwandtschaft anerkennen. Rund die Hälfte der Befragten ist für eine rechtliche Gleichstellung oder hat eine liberale Haltung dazu. Dagegen sind 20,5 Prozent. Sehr unterschiedlich ist die Sicht verschiedener Rechtsbereiche: Während sich die Mehrheit in der Frage von Pflegekarenz, Absicherung nach Tod des Partners oder Krankenmitversicherung pro bzw. liberal verhält, ist die Zustimmung bei der Adoption von Kindern, insbesondere im Falle einer Lebensgemeinschaft zweier Männer, mit 22 bzw. 30,7 Prozent (Frauen) recht gering.

Feststellbar ist eine generell recht aufgeschlossene Haltung zu anderen Familienformen als die konventionelle Ehe zwischen Mann und Frau mit Kind: Nur 4,5 Prozent finden eines Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau mit Kind "schlecht", gegenüber AlleinerzieherInnen nehmen 18,2 Prozent eine ablehnende Position ein. Negativ eingestellt ist jedoch noch die Mehrheit zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit Kind: 52,2 Prozent, wenn es um die Lebensgemeinschaft von zwei Frauen, 61,1 Prozent, wenn es um eine solche von zwei Männern geht.

Für Schnider geht es auch darum, nicht bei der Diskussion um die gleichgeschlechtliche Partnerschaft stehen zu bleiben. Auch andere Lebensmodelle müssten akzeptiert werden, auch vom Staat. Die Situation in der Steiermark zeige, dass heute 482.000 Ehen 73.000 Lebensgemeinschaften, 52.000 AlleinerzieherInnen rund 214.000 nicht zuzuordnenden Lebensverhältnisse gegenüberstehen. Ebenfalls zeige die Erhebung, dass die Ehe nach wie vor hoher Stellenwert zukommen - von einer "Nivellierung" könne keine Rede sein, so Schnider. (APA)

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