Inhaftierter Grazer Professor: Vorerst keine Freilassung auf Kaution

2. September 2004, 17:40
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Ehefrau bangt um Gesundheit des 65-Jährigen - Landeshauptfrau Klasnic setzte sich im Außenamt ein

Graz - Keine Freilassung auf Kaution erbrachte am Dienstagnachmittag die erste Verhandlung im Fall des Grazer Jazzprofessors Harald Neuwirth, der seit dem 21. August in Antalya in Haft sitzt. "Die Verhandlung gestern ist nicht gut ausgegangen. Der Inhaftierte bleibt in Untersuchungshaft, es wurde aber zugesichert, dass der zweite Termin 'relativ bald' stattfinden wird", hieß es am Mittwoch aus dem Büro der steirischen Landeshauptfrau und Kulturreferentin Waltraud Klasnic (V).

"Besondere Aufmerksamkeit"

Die steirische Landeshauptfrau war bereits am ersten Tag über das Schicksal des prominenten Grazers informiert. Klasnic habe sich bei Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) dafür eingesetzt, dass dem Inhaftierten "besondere Aufmerksamkeit" geschenkt werde. "Wir sind täglich mit dem Außenministerium in Kontakt, um über die aktuellen Entwicklungen informiert zu sein", so Richard Mayr aus dem Büro der Landeshauptfrau. "Die Betreuung ist die bestmögliche", so Mayr. So sei der Gefangene gestern vom österreichischen Konsul auch mit seinen Medikamenten versorgt worden. Die Untersuchungshaft dürfe maximal 30 Tage dauern, man hoffe jedoch, dass sich das Verfahren durch die Intervention des Außenministeriums beschleunigen lasse.

"Ein interessanter Stein"

Ihr Gatte sei mit 15 anderen Häftlingen in einer Zelle untergebracht, erklärte indes Iris Neuwirth, in einem Interview mit "Radio Steiermark" am Dienstag. Kontakt habe die Familie mit dem Inhaftierten nur via Fax. Die Frau macht sich Sorgen um den Gesundheitszustand des 65-Jährigen: Erst kurz vor dem Urlaub habe er eine Schlafmaske zur besseren Sauerstoffversorgung verschrieben bekommen. Es sei auch ein Gutachten auf Haftunfähigkeit von einem Arzt aus der Steiermark geschickt worden.

Ein bei einem Ausflug vom zehnjährigen Sohn gefundener "interessanter Stein" ist dem Grazer Professor bei der Ausreise aus der Türkei offenbar zum Verhängnis geworden. Nach türkischem Gesetz ist die Ausfuhr von antiken Steinen oder Fossilien jedoch strengstens verboten. Nach dem Check am Flughafen in Antalya die böse Überraschung: Der Professor wurde festgenommen, seine Frau durfte mit den Kindern heimreisen. Ob es sich bei dem "corpus delicti" tatsächlich um ein antikes Stück handelt, wird noch geklärt. (APA)

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