Haupt und Prets gegen Unisex-Tarife

27. September 2004, 14:34
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Minister: "Unsachliche Gleichbehandlung" - Prets: Diskriminierung der Frauen droht

Wien - Wie dieStandard.at berichtete, bereitet der Rat der Europäischen Union eine Richtlinie vor, welche die verbindliche Einführung von Unisextabellen und -tarifen bei Versicherungsprodukten vorschreiben soll - also gleiche Leistung bei gleichen Beiträgen für Männer und Frauen.

Gegen diesen Vorschlag stimmten Großbritannien, Ungarn, Slowenien, Irland, Portugal und Österreich. Die Begründung des zuständigen Ministers Haupt lautet: "Versicherungsmathematik müsse vor 'unsachlicher' Gleichbehandlung gehen".

Prets: Bei EU-Antidiskriminierung Stillstand vermeiden

Auch Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter, fragte bei der Sitzung am Dienstag in Brüssel: "Müssen Frauen in Europa auch künftig höhere Beiträge für Privatkrankenversicherungen zahlen und akzeptieren, dass sie weiterhin niedrigere Pensionen ausbezahlt bekommen - oder ist doch noch ein Kompromiss im laufenden EU-Gesetzgebungsverfahren möglich?"

Sie stellte klar, dass ein schlechter Kompromiss den aktuellen Richtlinien-Vorschlag über den gleichberechtigten Zugang zu Gütern und Dienstleistungen vollkommen inhaltsleer machen würde: "Eine verwässerte Übereinkunft würde überhaupt keine Forschritte für die Gleichstellung bringen, sondern im schlechtesten Fall sogar die Diskriminierung von Frauen in Form einer EU-Richtlinie gleichsam legalisieren." (red)

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