Polizei unterbindet rigoros Demonstrationen gegen Bush

2. September 2004, 11:42
8 Postings

Fast 1000 Festnahmen in New York - Gewalttätige Auseinandersetzungen ausgeblieben

New York - Ein Massenaufgebot von Polizisten hat nach tagelangen Protesten gegen US-Präsident George W. Bush mehrere Demonstrationen in der Nacht zum Mittwoch in New York rigoros unterbunden. 970 Teilnehmer an Protestaktionen am Rande des Nominierungsparteitages der Republikaner wurden nach Polizeiangaben in Handschellen abgeführt.

Anti-Bush-Gruppen: Die meisten Demonstranten seien "völlig friedlich geblieben"

Damit stieg die Zahl der Festnahmen seit Beginn der Proteste von hunderten Anti-Bush-Organisationen am vergangenen Freitag auf rund 1500. Dennoch sagte New Yorks Polizeichef Raymond Kelly, die Sicherheitskräfte hätten "größte Zurückhaltung angesichts unerbittlicher Provokationen gezeigt". Sprecher von Anti-Bush-Gruppen erklärten hingegen, die weitaus meisten Demonstranten seien "völlig friedlich geblieben". Sie räumten jedoch ein, dass die Gruppen für ihre Aktionen bewusst keine Genehmigung eingeholt hatten, weil "das Recht auf friedliche Demonstrationen selbstverständlich" sei.

Plastik-Handschellen

Trotz des deutlich schärferen Vorgehens der Polizei kam es - abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen - nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die meisten Demonstranten ließen sich widerstandlos Plastik-Handschellen anlegen. Zu den Festgenommenen gehörte ein 19-Jähriger, der in der Nacht zuvor einen Polizisten in Zivil bewusstlos geschlagen haben soll. Er wurde anhand eines Videobandes identifiziert und wegen schwerer Körperverletzung angeklagt.

Als Helfer getarnter Demonstrant in Parteitagshalle

In der Parteitagshalle wurde ein Student festgenommen, der sich als Helfer getarnt und US-Vizepräsident Dick Cheney aus nächster Nähe Anti-Kriegsslogans zugerufen hatte. Der 21-Jährige wurde von Cheneys Leibwächtern überwältigt und wegen Angriffs auf Regierungsbedienstete angeklagt. Für den Mittwoch wurden weitere Protestaktionen erwartet. Dazu sollte eine Menschenkette aus Protest gegen Arbeitslosigkeit von der Wall Street bis zum Tagungsort Madison Square Garden gehören. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.