"Frauen dürfen alles fragen"

21. September 2004, 07:00
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Deutsche Journalistinnen in Wirtschaft und Politik

15 deutsche Fernseh- und RundfunkjournalistInnen in Wirtschaft und Politik hat Susan Kades zu Beruf, Geschlecht und Geschlechterverhältnissen befragt - darunter auch so prominente Moderatorinnen wie Sandra Maischberger und Maybrit Illner.

Ihre Diplomarbeit, die der geschlechterspezifischen Entwicklung des deutschen Journalismus nachspürt, liegt nun als Buch vor. Spannende Biografien sind beispielhaft für den Weg einzelner Frauen als Ausnahme in Redaktionen (Sozialberichte gerne, Politik nicht zugetraut) hin zu einer Verbreiterung und einer langsamen Eroberung von "Männerbastionen". Dass die Bastionen nach wie vor noch existieren und durchaus so bezeichnet werden können, darin waren sich die befragten Journalisten und Journalistinnen einig.

Die in "Frauen dürfen alles fragen" behandelten Themenfelder umspannen Zusammenarbeit, Konkurrenz, Mentoring, Seilschaften, berufliche Ziele, Karriereorientierung und private Lebenswünsche. Dabei war den meisten befragten Journalistinnen die Freiheit, kreativ arbeiten zu können, wichtiger als Karriere im Sinne des Aufstiegs in Führungspositionen zu machen.

Als Fazit ihrer Arbeit hält die Medienwissenschafterin fest, dass durch die Veränderung des gesellschaftlichen Denkens der Weg zur Chancengleichheit freigegeben ist, die Ungleichheit jedoch noch darin beruht, "dass es immer noch die Frauen sind, die sich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bemühen müssen und somit einer Doppelbelastung ausgesetzt sind". (dy)

Susan Kades:
Frauen dürfen alles fragen.
Rundfunk-
Journalistinnen in Wirtschaft und Politik.
Ulrike Helmer Verlag, Königstein/Taunus 2004.
158 S. / 20,60 Euro.
ISBN 3-89741-142-3
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