Eine Milliarde Dollar gegen Hacker

10. September 2004, 18:12
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Microsoft setzt Maßnahmen gegen "Sasser", "Netsky" und Online-Bankräuber "Togfer"

Die steigende Anzahl an Angriffen von Hackern und Viren hat Microsoft veranlasst eine Milliarde Dollar (820 Mio. Euro) in das Upgrade von Computer mit Windows zu investieren um die Sicherheit der Systeme zu stärken. Dennoch steigt die Anzahl an Viren, Würmern und Betrüge. So kann ein neues Programm ferngesteuert fast im Alleingang Online-Banking betreiben und sämtliche Benutzer ausrauben, berichtete die Zeitung Independent.

Weltweite Kampagnen

Microsoft investiert 300 Mio. Dollar (246 Mio. Euro) in die weltweite Update-Kampagne, die CDs mit Service Pack 2 (SP2) über die Fachpresse und auf Nachfrage frei zur Verfügung stellt. Insgesamt hat das Unternehmen eine Mrd. Dollar in Programmkosten gesteckt. Dadurch wird sich die nächste Version von Windows verspäten. Die neue Version, vorläufig "Longhorn" genannt, wird erst Ende 2006 zu erwarten sein, da die Entwicklung von SP2 zusätzliches Personal erfordert hat. Das Microsoft Upgrade ist ein 200Mb großes File und will alle Sicherheitslücken schließen. Das Unternehmen behauptet, dass Windows durch SP2 mit Verbesserungen im Internet Explorer, Outlook Express und anderen Teilen sicherer als je zuvor ist.

Seit der Veröffentlichung von Windows XP im Oktober 2001 hat Microsoft mehrmals an Attacken durch Hacker und Betrüger gelitten. Die "Blaster" und "Sasser" Würmer zwangen das Internet im letzten Sommer in die Knie und in diesem Frühjahr befielen der "Netsky" und "MyDoom" Virus weltweit hunderttausende Computer. Ebenfalls hat die Zahl an Betrügen durch Kriminelle, die ihre Emails versenden, zugenommen. In den E-Mails locken sie die Empfänger auf Websiten, die als Online Banken getarnt sind, um ihre Daten zu bekommen und danach ihre Accounts zu löschen.

Warnungen

Microsoft warnte auch, dass SP2 so weitreichend sein kann, dass es einige Programme stoppen kann. Heise Security sprach als erster das Problem an, dass Benutzer die SP2 installiert haben, dennoch nicht auf zusätzliche Antivirus Software verzichten sollen. Auch das Unternehmen Sophos warnte am Freitag vor einem neuen Programm, das Computer, trotz SP2-Update, infizieren kann und auf Online-Banking spezialisiert ist. Das " Togfer"-Programm wird vor allem in Emails als Attachment versendet. Sobald es aktiviert ist, installiert sich "Togfer" selbstständig und hält Ausschau nach Online-Banking bei Abbey, Barclays, Cahoot, HSBC, Lloyds, NatWest, Nationwide und Woolwich. Dann sendet es die Daten, wie Benutzernamen und Passwörter, zu dem entfernt liegenden Hacker, der in den Account einsteigt und den Benutzer ausraubt.(pte)

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