"Musiktankstelle" im MQ eröffnet

6. September 2004, 22:35
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Ein Euro pro Track: Repertoire der österreichischen Popular-Musikgeschichte startet mit 3.000 Liedern

Wien - Die neue "Musiktankstelle" im Museumsquartier bietet heimische Musik von A wie Ambros über D wie Dorfmeister bis Z wie Zawinul. Hingehen, stöbern und auf CD brennen lautet die Devise - für knapp einen Euro pro Track. Ein "einzigartiges Repertoire", das derzeit 3.000 Tracks umfasse und stetig wachse, verspricht Uwe Hofer, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur monkey., die das Projekt entwickelt hat, gegenüber der APA.

Eine "CD on demand", also nach eigenen Wünschen zusammengestellt, sei im Handel nicht erhältlich, argumentiert Hofer. Und Fundstücke aus der österreichischen Musik-Geschichte erst recht nicht. Denn neben aktuellen Stars und früheren Hits soll praktisch alles, was in Österreich je an populärer Musik veröffentlicht wurde, in der Datenbank zu finden sein.

WAV-Dateien mit Wasserzeichen

Die Musiktankstelle kooperiert bei Hard- und Software (Stichwort iTunes) mit Apple Österreich. Die Musik wird im WAV-Format abgegeben, über weitere - für den Audio-Filetransfer im Hausgebrauch längst üblichere - Formate wie MP3, Apples AAC oder Windows' WMA rede man derzeit mit den Lizenzgebern. Die WAV-Files sind mit einem "Wasserzeichen" versehen, aber laut monkey. mit keinerlei Kopierschutz.

Weitere Partner des Projektes, das eigentlich eine Studie ist, die über die Creative Industries-Servicestelle departure vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) gefördert wurde, sind unter anderem Universal Music und BMG, aber auch Labels wie Cheap Records. FM4 bringt Teile seines Online-"Soundparks" ein, das SR-Archiv sein heimisches Pop-Know-how. Die Verwertungsgesellschaft Austromechana ist ebenfalls an Bord.

Im quartier21 wartet ein "record store in a box" (Hofer) mit Lounge-Atmopsphäre. Ein Online-Vertrieb dieser akustischen Schmuckstücke sei angepeilt, versichert er weiter. Kleinere Musik-Labels bekundeten Interesse, während man sich aber bei großen Plattenfirmen in punkto Internet noch "die Zähne ausbeißt, wenn man das anspricht".

Hofer betont, dass bei diesem Projekt "der wirtschaftliche Aspekt" wesentlich sei. Trotz Förderung der Pilotphase wird von Anfang an Musik gegen Geld - üblicherweise 99 Eurocent pro Track sowie 2 Euro Bearbeitungsgebühr - abgegeben. "Man wird sehen, inwiefern das angenommen wird", sind die Entwickler selbst neugierig. Das Archiv jedenfalls wird laufend neu bestückt: "Altes Vinyl waschen und digitalisieren" ist also weiter angesagt. (APA)

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