Haarspülungen im Test: Nicht immer "glänzende Aussichten"

5. September 2004, 21:31
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Öko-Test attestierte neun mal "sehr gut" und sechs mal "ungenügend"

Wien/Frankfurt - Der Sommer ist am Ende und die von Sonne, Wasser und Wind geplagte Haarpracht mitunter auch. Glänzende Aussichten bieten diverse Haarspülungen, denkt sich der gewiefte Drogeriemarktbesucher unter seinem zerzausten Schopf. Allerdings läuft hier nicht immer alles glatt. Wie so oft gilt: Die teuerste Haarspülung muss noch lange nicht die beste sein, und einige enthalten sogar gesundheitlich bedenkliche Stoffe, die weder dem Haar noch der Kopfhaut gut tun. Das deutsche Verbrauchermagazin "Öko-Test" hat 25 verschiedene Marken unter die Lupe genommen.

Spülungen sollen Haare im besten Falle glänzend und besser kämmbar machen. Wunder vollbringen sie nicht, denn was einmal aufgeraut, gespalten und gebrochen ist, kann nicht mehr zusammenwachsen. Manchmal allerdings können die Pflegemittel statt der gewünschten glänzenden, eine problematisch haarige Wirkung zu Tage fördern, so das in der Öko-Test September-Ausgabe veröffentlichte Testergebnis.

"Ungenügend"

Neun der getesteten Spülungen schnitten mit "sehr gut" ab und sechs wurden mit "gut" bewertet. Allerdings erhielten auch sechs namhafte Produkte die schlechteste Note "ungenügend", darunter Artikel von Dove, Elvital, Gard, Garnier, Herbal Essences und Pantene Pro-V.

Laut Öko-Test würden einige dieser wohlriechenden Pflegemittel polyzyklische Moschus-Verbindungen, also künstliche Duftstoffe, enthalten, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern würden und bereits in der Muttermilch nachgewiesen wurden. Weiters monierten die Tester umstrittene oder bedenkliche Konservierungsstoffe. Bei den mit "ungenügend" bezifferten Spülungen von Herbal Essences und Pantene Pro-V würden Formaldehyd/-abspalter zum Einsatz kommen. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff.

Glanzleistungen

"Sehr gut" und darüber hinaus sehr günstig ist beispielsweise die Feuchtigkeits Spülung der DM-Drogeriemarkt Hausmarke Balea. Mit der Bestwertung schnitten außerdem einige etwas teurere Natur-Pflegeprodukte von Dr. Hauschka, I&M, Lavera sowie Neobio Grüner ab und auch Nivea und Vivality vollbringen wahre Glanzleistungen.

Konrad Brunnhofer vom hiesigen Verein für Konsumenteninformation, der selbst demnächst einen Test rund um Haarkuren herausbringen wird, bewertet die Ergebnisse des deutschen Magazins weniger tragisch. Die Problematik von Schadstoffen sei stets eine Frage der Konzentration. Außerdem würden Pflegeprodukte von einem wissenschaftlichen Komitee der EU auf ihre Konservierungs- und gegebenenfalls Schadstoffe hin überprüft und dementsprechend zugelassen werden. Das Augenmerk rein auf die Inhaltsstoffe eines Produktes zu legen, hält Brunnhofer für wenig sinnvoll. "Es kommt auch immer darauf an, welcher Effekt erzielt wird." (APA)

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    Nicht immer Glanzleistungen bei Pflegespülungen

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