Dow Jones: Erste Widerstände zeigen Wirkung

1. Oktober 2004, 09:25

In Amerika sollte man derzeit nicht ohne Sicherheitsgurt fahren

In den vergangenen Monaten mussten die Anleger beim Dow Jones Industrial Average grosse Turbulenzen hinnehmen, nicht jedoch die Leser von Chartanalyst: Mit dem empfohlenen Stop-Loss bei 10300 konnte der innerhalb von nur eineinhalb Monaten erfolgte Index-Rückgang im Ausmass von 6.7 Prozent genau an der richtigen Stelle abgefangen werden. Auf diese Weise war es möglich, die Gewinne in der Nähe des Trading-Ziels auf hohem Niveau mitzunehmen. Gleichzeitig blieben unsere Leser von den Verlusten verschont. Durch die Empfehlung, bei sinkenden Kursen einen Wiedereinstieg bei 9800 bis 10000 Punkten in Betracht zu ziehen, konnten trotz widriger Bedingungen zuletzt herzeigbare Gewinne eingefahren werden. Was aber erwartet die Anleger und Spekulanten in nächster Zeit beim Dow Jones?

Alles offen beim Dow Jones

Nach dem befürchteten Abschlittern des Dow Jones unter die Marke von 10300 Indexpunkten setzte eine mehr als einmonatige Abwärtsbewegung ein, im Zuge derer der Index von seinem kurzfristigen Hoch bei 10487.54 Punkten von Ende Juni bis Mitte August auf 9783.91 Punkte absackte und somit gute 6.7 Prozent verlor. Nachdem der amerikanische Leitindex mit dem erwähnten Tief den niedrigsten Stand seit 1. Dezember 2003 erreicht hatte, erholte er sich von dort aus um etwa vier Prozent und testete zuletzt die wichtige Marke von 10200 Indexpunkten. Der Durchbruch lässt allerdings noch auf sich warten. Derzeit befindet sich der amerikanische Leitindex zwischen den beiden psychologisch wichtigen Marken von 10200 und 10000 Indexpunkten. Letztere konnte am 18. August durch einen Kraftakt der Bullen überschritten werden.

Starker Gegenwind bei 10300 Punkten

Für Spannung sorgt die Ungewissheit, ob jetzt nach der Korrektur der Abwärtsbewegung wieder die Bären das Ruder übernehmen werden und es daher wieder zu Rückschlägen in Richtung 10000 Punkte kommt, oder ob die Bullen noch stark genug sind, die Notierungen über die Marke von 10200 Indexpunkten zu heben, und damit Platz bis 10300 Punkte freimachen. Dort liegt neben dem Widerstand, welcher sich erstmals im April herausgebildet hat, auch die abwärtsgerichtete Trendlinie, welche sich aus der Verbindung der beiden Hochs vom Februar und von Ende Juni dieses Jahres ergibt. Spätestens also bei 10300 Punkten ist beim Dow Jones mit starkem Gegenwind zu rechnen. Übernehmen schliesslich die Bären das Ruder, so ist ein Test der Marke von 10000 Punkten zu erwarten. Auch über Notationen bis zur Unterstützung bei 9900 Punkten darf man sich in diesem Fall nicht wundern.

Markttechnik: Wahrscheinlichkeit für Umkehr nimmt zu

Der MACD zeigt sich noch von seiner hochsommerlichen Seite ohne Hinweis auf ein mögliches Unwetter. Demnach kann man noch investiert bleiben. Das Momentum zeigt allerdings einen Markt ohne Tendenz an, also weder einen Aufwärts- noch einen Abwärtstrend. Die Stochastik gibt sogar ein klares Warnsignal ab: Mit einem Wert von deutlich über 80 ist dies ein signifikantes Zeichen für einen überkauften Markt. Die Wahrscheinlichkeit für sinkende Kurse nimmt daher zu.

Strategie

Der amerikanische Markt steht an einer Weggabelung: Bei steigenden Kursen über das Niveau von 10200 Punkten hinaus gilt die Marke von 10300 Indexpunkten als nächstes Ziel. Dort muss jedoch mit einem deutlichen Widerstand gerechnet werden. Wer die Gewinne noch nicht realisieren möchte, sollte zumindest einen engen Stop setzen. Im Fall einer Umkehr ist das Erreichen der psychologisch wichtigen Marke von 10000 wahrscheinlich unvermeidbar und auch ein Test der Marke von 9900 Punkten liegt im Bereich des Möglichen. Für Trader lässt sich dort vorerst eine Tradingmöglichkeit - entsprechend abgesichert - feststellen. Mittelfristige Anleger werden sich im Fall von Rückschlägen noch zurückhalten, bis die Marke von 9600 Indexpunkten erreicht wird. Dort liegt neben der noch unbestätigte Abwärtstrendlinie auch eine wichtige Unterstützung aus dem Vorjahr.

(Christian Kroboth und Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations-Service Chartanalyst

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