Rückkehr der News-Gruppe zur Auflagenkontrolle "vielleicht" heuer

14. September 2004, 11:06
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Mit heuer umgesetzter Reform unzufrieden - Groß-Abos und Abo-Begaben als strittige Punkte

Die Rückkehr der News-Gruppe zur Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) könnte noch ein wenig dauern. Eine Lösung sei "vielleicht im Laufe des Jahres" möglich, sagte Helmut Hanusch, Geschäftsführer in der Verlagsgruppe News, bei einer Diskussionsveranstaltung des Forum Media Planung am Dienstagabend in Wien. Der größte Magazinverlag des Landes ist seit dem 1. Quartal 2003 nicht in den Auflagenlisten der ÖAK vertreten. Grund sind Differenzen über die Methodik der Auflagenkontrolle - trotz einer umfassenden Reform des Regelwerks, die seit heuer in Kraft ist.

Stein des Anstoßes sind die Definitionen von Groß-Abonnements und Beigaben zu Abonnements. Damit berücksichtige die neue ÖAK nicht "die Unterschiede in den Vertriebsaktivitäten von Magazinen und Tageszeitungen", kritisierte Hanusch. "Es ist halt so, dass Abo-Beigaben bei Magazinen üblichen sind." Dabei sei die Zeit der wirklich teuren Zugaben, die "so viel wert sind wie ein Abo" ohnehin schon längst vorbei.

"Doch noch eine Lösung finden"

Hanusch verlieh indes seiner Hoffnung Ausdruck, dass man "doch noch eine Lösung finden" werde. Entsprechende Gespräche würden laufend geführt. Inzwischen veröffentlicht die News-Gruppe ihre hauseigene "Magazin-Auflagenkontrolle" (MAK), die sich - abgesehen von den kritisierten Punkten - an den ÖAK-Kritierien orientiere, versicherte Hanusch.

Media-Agenturen drängen auf Lösung

Die Media-Agenturen, grundsätzlich zufrieden mit der Reform, sind dennoch höchst unglücklich mit dem Status quo, zeigte sich am Dienstagabend. Als "unerträglich für einen erwachsenen und zivilisierten Markt" empfand es Erwin Vasovich von Carat, dass man im Magazinsektor "in weiten Teilen auf verlagseigene Angaben angewiesen ist". Er konstatierte eine "Bringschuld" der Printverlage an die Agenturen. Die entscheiden ja immerhin, wie viel Werbung in welchen Medien geschaltet wird und brauchen dafür eine "Konvention in Sachen Auflage", wie es ÖAK-Präsidentin Sibylle Callagy ausdrückte, als Entscheidungsgrundlage. Callagy richtete schließlich noch einen eindringlichen "Appell" an die Medienhäuser: Das "Infighting zwischen den Verlagen" und "sinnlose Schlammschlachten" zwischen Konkurrenten anhand von ÖAK-Daten seinen ein massiver "Störfaktor" für konstruktive Arbeit, kritisierte sie. (APA)

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