"Wunderkind" Windhorst muss Insolvenz anmelden

8. September 2004, 12:56
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Der einstige deutsche Vorzeige-Jungunternehmer gibt auf - Spektakuläre Karriere als 16-Jähriger begonnen

Berlin - Der einstige Vorzeige-Jungunternehmer Lars Windhorst steht vor dem geschäftlichen Aus. Der 27-Jährige musste für drei seiner noch verbliebenen Firmen Insolvenz anmelden. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bestätigte gestern, Dienstag, Nachmittag einen entsprechenden Bericht des "Westfalen-Blatts" aus Bielefeld. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen das einstige "Wunderkind" wegen Betrugs in Millionenhöhe. Dabei geht es um ein Darlehen, das Windhorst nicht zurückgezahlt haben soll.

Der heute 27-Jährige hatte in den 90er Jahren für Aufsehen gesorgt. Mit 16 Jahren gründete er seine erste Firma, ein Unternehmen für Computerzubehör aus Fernost. Daraus wurde schnell ein verzweigter Konzern mit einem Umsatz von umgerechnet rund 90 Mio. Euro. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) nahm Windhorst in seiner Delegation ins Ausland mit. "Deutschland braucht mehr Wunderkinder wie ihn", sagte Kohl damals.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten

In den vergangenen Jahren geriet Windhorst jedoch mehr und mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Bereits im Mai 2003 legte er als Privatmann einen Offenbarungseid ab. Bei den jetzt insolventen Firmen handelt es sich nach Angaben einer Justizsprecherin um die Windhorst AG, die Windhorst Electronics GmbH (zuletzt: AEMA Trading GmbH) sowie die Windhorst Capital Holding GmbH. Alle Firmen haben ihren Sitz in Berlin.

Während für die Electronics GmbH das Insolvenzverfahren bereits eröffnet wurde, steht die AG zur Sicherung vorhandener Forderungen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Die Bankkonten der AG seien beschlagnahmt und die geschäftigen Aktivitäten unter Überwachung gestellt, so das "Westfalen-Blatt". Nach Angaben der Justizsprecherin ist über den Insolvenzvertrag der Capital Holding GmbH noch nicht entschieden.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es darum, ob Windhorst ein Darlehen des Klinikunternehmers Ulrich Marseille über zehn Mio. Euro von Beginn an nicht vereinbarungsgemäß zurückzahlen wollte. Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Monaten. Zum Stand wollte sich die Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht näher äußern.(APA/dpa)

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    "Deutschland braucht mehr Wunderkinder wie ihn", sagte Kohl damals.

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