France Telecom wird mehrheitlich privat

8. September 2004, 14:05
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Staat reduziert Anteile auf 43,5 Prozent - Erlöse werden zum Schuldenabbau verwendet

Paris - Der bisher mehrheitlich staatliche Telekomkonzern France Telecom wird zum Privatunternehmen. Das Pariser Finanzministerium gab am Mittwoch bekannt, dass mindestens weitere 9,6 Prozent des Aktienkapitals von France Telecom an die Börse gebracht werden sollen, womit der Staatsanteil auf maximal 43,5 Prozent sinken wird. Die Pariser Regierung will mit dem Verkauf von mindestens 236 Mio. Anteilsscheinen zwischen 4,6 und 5,8 Mrd. Euro erlösen.

Aktie verlor zwei Prozent

Nach einer vorübergehenden Aussetzung des Börsenhandels verlor die France-Telecom-Aktie an Wert und notierte am Nachmittag mit 19,05 Euro fast zwei Prozent niedriger als am Vorabend.

Finanzminister Nicolas Sarkozy sprach von einer "willkommenen" Börsenoperation, die dem Staat "Mehrwert" beschere. Das Unternehmen erhalte dadurch die erforderliche "Flexibilität im Management". Die Regierung könne einen Teil der staatlichen Schulden abtragen. Die Reduzierung der Schuldenlast wurde auf 0,3 Prozent veranschlagt.

Staat bleibt wichtiger Anteilseigner

"Der Staat will mittelfristig ein wichtiger Anteilseigner von France Telecom bleiben", erklärte das Pariser Finanzministerium. Je nach Verlauf des Aktienhandels sollen aber sogar bis zu 12,1 Prozent der France-Telecom-Anteile an den Markt gebracht werden.

France Telecom hatte 1996 den Status einer hundertprozentig vom Staat gehaltenen Aktiengesellschaft bekommen. Ein Jahr darauf waren rund 25 Prozent der Aktien an private Anleger verkauft worden. Im November 1998 sank der Staatsanteil bei einem weiteren Börsengang auf 62 Prozent. Die Privatisierung des Unternehmens wurde durch ein Gesetz ermöglicht, das Ende 2003 vom Pariser Parlament beschlossen wurde. (APA)

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