32-Jährige fordert nach "Hermann-Maier-Party" Schadensersatz

2. September 2004, 10:50
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Gehörschaden nach Rückkoppelungseffekt - Salzburgerin klagte Tourismusverband Flachau - Urteil ergeht schriftlich

Salzburg - Wegen eines Hörschadens, der durch einen Rückkoppelungseffekt bei einer "Hermann-Maier-Party" in Flachau (Pongau) im März 2000 entstanden sei, fordert eine mittlerweile 32-jährige Salzburgerin vom örtlichen Tourismusverband als Veranstalter Schadenersatz in der Höhe von 22.000 Euro. Der Zivilprozess wurde am Dienstag am Landesgericht Salzburg fortgesetzt. Ein Zeuge, der das Event auf seiner Videokamera festgehalten hatte, konnte sich nicht an ein lautes Quietschen im Lautsprecher erinnern. Die Verhandlung wurde geschlossen, das Urteil ergeht schriftlich.

Nach Angaben der ehemaligen Kellnerin sei der Rückkoppelungseffekt vor dem Auftritt des als "DJ Ötzi" bekannten Sängers Gerry Friedle passiert. Sie leide seither an einer Geräusch-Überempfindlichkeit und sei arbeitsunfähig.

Vorsichtsmaßnahme

Einige der geladenen Zeugen während der zahlreichen Tagsatzungen wollen ein grauenvolles Quietschen gehört haben. DJ Ötzi und Moderator Harry Prünster, der Friedle auf der Bühne angekündigt hatte, waren bereits im Juli in den Zeugenstand getreten. Sie hatten wie der 45-jährige ehemalige Tourismusdirektor von Filzmoos (Pongau), der Sequenzen der Show als Zeitdokument für seinen Sohn mitdrehte, kein Quietschen vernommen.

"Ihrer Aussage kommt großer Wichtigkeit zu. Ein kleines Nahverhältnis zum Tourismusverband Flachau könnte man annehmen", ermahnte Zivilrichter Johann Schütz den 45-Jährigen zur Wahrheitspflicht. "Ich habe keinen Rückkoppelungseffekt wahrgenommen. Vor dem DJ-Ötzi-Konzert bin ich etwa sechs bis sieben Meter vor der Bühne gestanden", sagte der ehemalige Tourismusdirektor, der jetzt als Großhandelsangestellter arbeitet. Als Vorsichtsmaßnahme habe er bei einem Live-Konzert immer Ohrenstöpsel mit. Die hatte er beim Hermann-Maier-Fest nicht gebraucht. "Das einzig Laute war das Feuerwerk."

Geringe Hörverminderung

Allerdings hatte der Zeuge vor dem Auftritt von DJ Ötzi, als eine Musikgruppe auf der Bühne spielte, seine Videokamera offensichtlich ausgeschaltet. Danach waren Aufnahmen von zwei Moderatoren zu sehen. Einer der beiden, der auch als Zeuge vernommen werden sollte, war wegen eines Interview-Termins heute verhindert. Ein Gutachter hatte bei der Salzburgerin eine geringe Hörverminderung festgestellt. (APA)

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