Terroristen wollen angeblich an Nuklearmaterial herankommen

1. September 2004, 23:16
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Für "schmutzige Bombe" - Laut Bericht der "Netzzeitung" Interesse an Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Italien

Berlin - Mutmaßliche Terroristen versuchen einem Bericht der "Netzeitung" zufolge, sich in Deutschland, Frankreich und Italien Nuklearmaterial zum Bau einer "schmutzigen Bombe" zu verschaffen. Wie die Online-Zeitung am Dienstag vorab berichtete, ist einem westlichen Geheimdienst zufolge dabei auch Interesse von Islamisten an deutschen Firmen aufgefallen. Ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass radioaktive Abfälle erfolgreiche entwendet worden seien, gebe es jedoch bisher nicht, hieß es. Vom deutschen Bundeskriminalamt war zunächst keine Auskunft zu bekommen.

Wie die Zeitung weiter unter Berufung auf europäische Sicherheitskreise berichtete, sollen die mutmaßlichen islamistischen Terroristen unter anderem Interesse an dem Radiopharmakahersteller und Entsorger schwach strahlenden Klinikabfalls AEA Technology in Braunschweig, am Zentralinstitut für Isotopen und Strahlenforschung in Berlin, am Sintermetallwerk Krebsoege in Radevormwald, der Bebig Isotopentechnik in Berlin und an dem Unternehmen Berthold Kernstrahlungsmessgeräte in Wildbad gezeigt haben. Ob deutsche Sicherheitskreise übereinstimmende Erkenntnisse haben, sei unklar, da ein nachrichtendienstlicher Austausch solcher Informationen nur teilweise stattfinde, um Quellen zu schützen, berichtete die Zeitung weiter.

In Italien soll das Mailänder Unternehmen Carlo Erba Instrumentation, die Firma Electronic Systems Spa in Momo (Piemont) und Pittway Tecnologica in Triest von Islamisten beobachtet worden sein - laut "Netzeitung" alles Unternehmen der Mess-, Regelungs- und Sicherheitstechnik. In Frankreich habe man ähnliches beim früher im Atomenergiebereich engagierten Konzern Alcatel und bei Saphymo in Paris, einem Hersteller von Radioaktivitäts-Überwachungssystemen, und MGP Instruments, einem Hersteller von Sicherheitseinrichtungen für Atomanlagen, festgestellt.

Während es in Ungarn Bestrebungen gegeben habe, Cäsium-137 aus der medizinischen Strahlentherapie zu entwenden, konzentrierten Personen aus der Islamistenszene in Italien ihr Interesse derzeit angeblich auf radioaktives Kobalt-60 aus der Lebensmittelbestrahlung, hieß es weiter. Eine "schmutzige Bombe" ist ein konventioneller Sprengsatz, dem radioaktives Material beigemischt ist. (APA/AP)

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