Pensionsvorsorge "kein Renner"

20. September 2004, 12:50
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Versicherungsverbands-Präsident Klien: Steuerliche Gleichstellung von Versicherungen und Pensionskassen könnte Impulse für zweite Säule bringen

Wien - Der Boom bei der staatlich geförderten Altersvorsorge ist im bisherigen Jahresverlauf etwas gebremst. Bei der Zukunftsvorsorge "ist die Luft ein bisserl draußen", sie sei vom "Renner zum Steher geworden", sagte Christian Sedlnitzky, Vorstand der zum UNIQA-Konzern gehörenden Raiffeisen Versicherung am Dienstag vor Journalisten. Der Bestand der Verträge liege in der UNIQA-Gruppe derzeit bei rund 65.000, Ende 2003 waren es 51.000.

"Vitaminspritze" nötig

Einen ähnlichen Trend dürfte es am gesamten Markt geben. Für die verbleibenden Monate des heurigen Jahres sei nun eine "Vitaminspritze" nötig, sonst werde es Probleme geben. Gut laufe dagegen der Verkauf der Fonds gebundenen Lebensversicherung sowie der klassischen Lebensversicherung.

Für die Stärkung der zweiten - betrieblichen - Säule der Altersvorsorge sei es wichtig, dass im Rahmen der Umsetzung der EU-Pensionsfondsrichtlinie in Österreich die steuerliche Gleichstellung der Versicherungswirtschaft mit den Pensionskassen komme, betonte UNIQA-Chef und Versicherungsverbands-Präsident Konstantin Klien. Vor allem für die Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sei dies wichtig. Es sei unmöglich, hunderttausende KMU für Pensionskassen zu gewinnen. Die Chancen für eine Durchsetzung dieser Forderungen der Assekuranz seien durchaus noch intakt. Von einer Ausweitung des Geschäfts insgesamt könnte auch der Finanzminister profitieren.

Bei der "Abfertigung neu" seien den Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) derzeit rund 1 Millionen Personen zugeordnet, ein Drittel sei noch offen, so Elisabeth Stadler, Vorstand der UNIQA Personenversicherung. Wichtig wäre auch ein staatlich Unterstützung für so gennannte Bridging-Pensionen, die der Überbrückung bis zum tatsächlichen Pensionsantritt dienen sollen.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Das Potenzial für die nicht-staatliche Altersvorsorge sieht die UNIQA in Österreich noch nicht ausgeschöpft. Umfragen zufolge hätten rund 32 Prozent der Gesamtbevölkerung noch keine zusätzliche Vorsorge, davon hielten es 80 Prozent für wichtig diesbezüglich etwas zu unternehmen, so Sedlnitzky. Zusätzliche Impulse seien auch vom geplanten Pensionskonto zu erwarten.

Zum von der Versicherungswirtschaft geplanten so genannten privaten Pensionskonto, auf dem alle Formen der Altersvorsorge abrufbar sein sollen, sagte Klien heute, eine Entscheidung sei für den Herbst zu erwarten. Eine feasibility-Studie habe die technische Machbarkeit jedenfalls ergeben. (APA)

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