Banken wehren sich gegen Aufsicht

8. September 2004, 13:43
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Streit zwischen Finanzmarktaufsicht (FMA) und Bankern eskaliert: Das Parlament soll die FMA zurückpfeifen, fordern sie

Alpbach - Während heimische Banker in Fachvorträgen Bergungsmaßnahmen von Ertragspotenzialen diskutieren und die jeweils notwendige Eigenkapitalverzinsung durchleuchten, eskaliert am Rande des Bankensymposiums die Animosität zwischen der Branche und ihrer Aufsicht, der Finanzmarktaufsicht FMA.

Nach heftigem Streit um die FMA-Mindeststandards für das Geschäft mit Fremdwährungskrediten sollen die jetzt geplanten Mindeststandards für das gesamte Kreditgeschäft den Budgetausschuss im Parlament beschäftigen.

"Keine Kompetenz"

Dort ist die weisungsfreie FMA berichtspflichtig, und dort soll den Aufsehern unter Mithilfe der Kammer nachgewiesen werden, dass sie "keine Kompetenz" für ihr Tun habe, sagt Christian Aichinger, Chef der Wiener Neustädter Sparkasse und Obmann der Arge Regionalsparkassen am Rande des Alpbacher Bankensymposiums zum STANDARD.

Dem FMA-Wunsch zufolge sollen Österreichs Banken künftig bei Krediten eine vom Verkauf getrennte Bewilligungsschiene bis in den Vorstand einziehen. "Ein Amt in der Bank", wie Aichinger kritisierte.

Unter tosendem Applaus referierte er im Plenum der Banker: Während die Banken in Österreich um Steigerung der Ertragskraft und Reduktion der Kosten bemüht seien, arbeite die FMA "wie eine Klimaanlage, die Bazillen in die Räume" blase. Alle Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht seien herzlich eingeladen, einmal drei Monate lang in einer Bank Praxis zu üben, "wir bezahlen sie auch dafür". Jungakademiker mit einem Jahr McKinsey-Praktikum sollten nicht gestandenen Bankern ihr Geschäft erschweren, so der Tenor im Publikum. (kbau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.9.2004)

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