Frankfurter Literaturbiennale ehrt Michael Hofmann

6. September 2004, 22:59
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Lyriker und Übersetzer erhält neuen, mit 25.000 Euro dotierten Preis

Frankfurt/Main - Die Vermittlung deutschsprachiger Literatur im Ausland steht im Mittelpunkt der ersten Frankfurter Literaturbiennale vom 9. bis 11. September. Die Tagung bietet internationalen Verlegern, Übersetzern und Kritikern Raum, Kontakte zu knüpfen und deutsche Gegenwartsautoren kennen zu lernen. Erstmals soll dabei auch der mit 25.000 Euro dotierte "Deka-Bank-Preis des Literaturhauses Frankfurt" verliehen werden. Erster Preisträger ist der in Deutschland geborene und in London lebende Lyriker und Übersetzer Michael Hofmann.

Hofmann hat Arbeiten von Patrick Süskind und Durs Grünbein ins Englische übersetzt. Der Preis wird zum Auftakt der Tagung am 9. September überreicht, die Laudatio hält Durs Grünbein.

Vorurteile abbauen

Der Deka-Bank-Preis soll künftig jedes Jahr vergeben werden, auch wenn die Tagung nur alle zwei Jahre stattfindet. "Das hält unsere Biennale im Bewusstsein", sagte die Leiterin des Frankfurter Literaturhauses, Maria Gazzetti, am Dienstag.

Der Preis solle helfen, Vorurteile gegenüber der deutschen Literatur abzubauen: "Abgesehen von den Klassikern und Autoren wie Handke oder Grass spielt die deutsche Literatur derzeit im Ausland keine große Rolle." Sie habe noch immer den Ruf, schwierig, unsympathisch, langweilig und wenig erzählerisch zu sein. Doch das stimme nicht. "Wir wollen mit dem Preis und der Veranstaltung die Verantwortlichen im Ausland ermutigen, deutsche Gegenwartsliteratur zu fördern", betonte Gazzetti.

Wie die Initiatoren am Dienstag in Frankfurt sagten, gibt es bei der ersten Biennale auch Lesungen mit elf jüngeren Autoren, darunter Thomas Brussig ("Sonnenallee") und Thomas Meinecke ("Hellblau"). (APA/dpa)

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