Zwei Jahre bedingt für ehemaligen stellvertretenden NÖ-Landesparteiobmann - Nicht rechtskräftig
Wiener Neustadt - Der ehemalige stellvertretende
Landesparteiobmann der niederösterreichischen FPÖ, Wolfgang Haberler,
ist am Dienstag in Wiener Neustadt zu zwei Jahren bedingter Haft
verurteilt worden. Ein Schöffensenat (Vorsitz: Kurt Weisgram)
erachtete es als erwiesen, dass sich der Politiker bei einem
Vaterschaftstest von einem Bekannten "vertreten" ließ. Der
Schuldspruch wegen versuchten schweren Betrugs, Gebrauchs fremder
Ausweise und falscher Beweisaussage im Zuge der gerichtlichen
Vorerhebungen ist nicht rechtskräftig.
Haberler wurde im vollen Umfang der Anklage schuldig erkannt, wie
der vorsitzende Richter bestätigte. Demnach hat der
Politiker am 27. März 2001 einen völlig Unbeteiligten zur Blutabnahme
in einem gegen ihn laufenden Vaterschaftsprozess - im Zuge einer
außerehelichen Affäre soll Haberler einen Buben gezeugt haben -
geschickt. Dieser Mann gab sich laut Anklage als Haberler aus,
dokumentierte das mit einem Personalausweis und leistete auch mit
falschem Namen eine Unterschrift.
Der Blutbefund war folglich negativ. Und doch steht mittlerweile
fest, dass der inzwischen aus der FPÖ ausgetretene Politiker, der nun
als "wilder" Mandatar im Stadtrat von Wiener Neustadt sitzt, der
Vater des inzwischen sechs Jahre alten Buben ist. Ein DNA-Gutachten
kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent zu genau diesem
Schluss.
Haberler hatte sich in dem Strafverfahren "nicht schuldig"
bekannt". Er habe sich sehr wohl persönlich dem Bluttest in einem
Wiener Labor unterzogen, behauptete er. Dass dieser negativ war,
führte er auf eine Schlamperei des Labors zurück. Möglich, dass
irrtümlich Blutproben vertauscht wurden, deutete er an.
Verurteilt wurde auch ein 35-jähriger Freund Haberlers, der
angegeben hatte, den Politiker zum Bluttest begleitet zu haben. Über
ihn verhängte der Schöffensenat wegen falscher Zeugenaussage vier
Monate bedingt. (APA)