Der Tod einer Heroine

1. September 2004, 07:00
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Ein Porträt zum 200. Geburtstag der spanischen Freiheitskämpferin Mariana Pineda

In Spanien gilt sie als Volksheldin. In Liedern, Gedichten, Bildern und im berühmten Theaterstück von García Lorca wurden ihr weit über Granada hinaus Denkmäler gesetzt. Doch diese Verehrung hatte einen - zu - hohen Preis. Denn das unerschütterliche Eintreten Mariana Pinedas für die Freiheit ihres Volkes kostete sie das Leben. Im Alter von nur 27 Jahren wurde sie mit der Garotte, einem brutalen Erdrosselungsinstrument, ermordet.

Das kurze Leben der Mariana Pineda war alles andere als leicht. Geboren am 1. September 1804 als - aufgrund der Standesunterschiede ihrer Eltern - quasi illegale Tochter - ihr Vater, Kapitän der spanischen Flotte, ihre Mutter eine LandarbeiterInnen-Tochter - wuchs sie bei einer Pflegefamilie auf. Bereits mit vierzehn Jahren lernte sie einen viel älteren Anhänger der LiberalistInnen kennen, den sie kurz darauf heiratete. Als der Ehemann drei Jahre später starb, stand die 18-jährige Mariana mit zwei Kleinkindern da.

Einsatz für "Freiheit, Gleichheit und Gesetz"

Daraufhin befasste sie sich noch mehr mit den Ideen des Liberalismus und glaubte damit die Missstände im eigenen Land beseitigen oder zumindest lindern zu können. Dabei kam sie jedoch selbst in enorme Schwierigkeiten. Als sie 1828 einem zum Tod verurteilten Verwandten ihres Mannes zur Flucht aus dem Gefängnis verhalf, konnte man ihr zwar diese Aktion nicht eindeutig nachweisen, aber sie geriet nun unter polizeiliche Überwachung. Dies hinderte sie nicht daran, weiterhin an der Verschwörung gegen den absolutistischen König teilzunehmen. Was schlussendlich den ausschlagenden Grund für ihre Verhaftung gegeben hat, ist umstritten. Tatsache ist, dass ein handgesticktes Banner mit den Worten "Freiheit, Gleichheit und Gesetz" in ihrem Haus entdeckt worden ist.

Während der langwierigen Verhöre ließ sich Mariana Pineda auch durch wahnwitzigste Drohungen von Polizeichef und Staatsanwalt nicht beeindrucken. Ersterer hatte es sogar mit Schmeicheleien versucht. Doch sie schwieg eisern und verriet keinen einzigen Namen ihrer liberalen FreundInnen. Ihre Standhaftigkeit brachte die Obrigkeit sozusagen "auf die Palme" und sie sah sich "genötigt", das Todesurteil zu verhängen.

Mariana Pineda wurde am 26. Mai 1831 erdrosselt. (dabu)

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    Mariana Pineda
    Geboren am 1. September 1804 in Granada
    Gestorben am 26. Mai 1831 ebenda
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