Belgien: Gefängniswärter wollen Häftlingen ein Schlupfloch lassen

2. September 2004, 10:49
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Laut christlicher Gewerkschaft könne so "rohe Gewalt" vermieden werden

Brüssel - Schlupflöcher für die Häftlinge in belgischen Gefängnissen hat die christliche Gewerkschaft der Vollzugsbeamten verlangt. Die Wärter-Gewerkschaft reagierte mit ihrer Forderung auf eine Serie spektakulärer Gefängnis-Ausbrüche in den vergangenen Wochen. "Gefangene müssen weiter daran glauben, dass sie auf klassische Weise ausbrechen können", erklärte die Gewerkschaft.

Andernfalls würden die Verbrecher rohe Gewalt anwenden: "Es ist besser, wenn sie mit Strickleitern oder durch die Verwechselung mit anderen Personen flüchten können, als wenn sie Bomben legen müssen oder Wärter als Geiseln nehmen."

Sicherheitsproblem

Der Gewerkschaftsvorsitzende Filip Dudal bestätigte am Dienstag im flämischen Rundfunksender Radio 1 ein Sicherheitsproblem in den belgischen Gefängnissen. In der Zeitung "Het Laatste Nieuws" hatte sein Verband zuvor erklärt, in jedem Fall würden Gefangene weiterhin ausbrechen - "auch wenn wir unterirdische Bunker bauen".

Die jüngsten Ausbrüche - ein Schwerverbrecher entkam mit Hilfe von draußen über eine acht Meter hohe Mauer, ein anderer spazierte in der Kleidung eines Besuchers aus dem Gefängnistor - scheint die Gewerkschafter wenig zu schocken: "Wir können Gefängnisse bauen, aus denen niemand entkommen kann, aber die würden unerträglich sein", erklärten sie. (APA/dpa)

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