OPEC will keine Prognosen zu Ölpreis mehr abgeben

20. September 2004, 17:01
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In zwei Wochen beraten OPEC-Minister in Wien über die Lage des Marktes

Jakarta/Sotschi - Nach dem Auf und Ab der Ölpreise in den vergangenen Wochen will die OPEC keine Prognosen über den weiteren Preisverlauf abgeben. "Das ist schwer vorauszusagen", sagte der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), Purnomo Yusgiantoro, am Dienstag in Jakarta.

Die steigende Nachfrage in Indien und China treibe zwar die Preise grundsätzlich nach oben; auch die Versorgungsschwierigkeiten im Irak spielten eine Rolle. "Aber wir haben auch nicht-fundamentale Faktoren, die schwer vorherzusehen sind", fügte Yusgiantoro hinzu. Er spielte damit offenbar auf Spekulanten an, die den Preis für ein Fass (159 Liter) leichtes Rohöl in New York in der vorvergangenen Woche auf über 50 Dollar trieben und mit der Angst vor Ölknappheit Kasse machten.

Öl-Spekulanten machten Kasse

In zwei Wochen beraten die OPEC-Minister in Wien über die Lage des Marktes. Das Kartell fördert bereits jetzt täglich zwei Mio. Fass mehr als im offiziellen Quotensystem vorgesehen, weitere zwei Mio. Fass pumpt der Irak auf den Markt. In New York war der Ölpreis am Montag mit einem Schlusskurs von 42,28 Dollar (35,10 Euro) auf den tiefsten Stand seit einem Monat gefallen.

Auch die deutsche Regierung will gegen die Spekulationen auf dem Ölmarkt vorgehen. Eine entsprechende Initiative ziele auf mehr Transparenz im Ölhandel, hieß es aus deutschen Delegationskreisen vor dem Dreiergipfel von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Jacques Chirac im südrussischen Schwarzmeer-Badeort Sotschi. Dies betreffe insbesondere so genannte Papiergeschäfte, bei denen gar kein Öl bewegt werde. Bei diesen rein spekulativen Geschäften, die Schätzungen zufolge bis zu drei Viertel des Handelsvolumens ausmachen, werden die Preise stark getrieben. (APA)

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