Neuer Präsident Tschetscheniens will mit Rebellen reden

1. September 2004, 15:36
2 Postings

Alchanow schließt Verhandlungen aber aus

Moskau - Der designierte Präsident der Kaukasusrepublik Tschetschenien, Alu Alchanow, hat den Anführern der Rebellen ein Gesprächsangebot gemacht. Er sei bereit, mit den Rebellenführern zusammenzutreffen und Gespräche zu führen, sagte Alchanow in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Iswestija". "Ich bin bereit, ein Vermittler zu sein, ich bin bereit, alles Mögliche zu sein, wenn sie (die Rebellen) zu einem friedlichen Leben zurückkehren", sagte Alchanow. Die Rebellen müssten ihrerseits ihr Verständnis dafür signalisieren, dass das tschetschenische Volk "diesen blutigen Krieg nicht braucht".

Gespräche sind keine Verhandlungen

Alchanow betonte gleichwohl, für ihn seien Gespräche nicht mit Verhandlungen gleichzusetzen. "Es gibt den Begriff 'Verhandlungen' und es gibt den Begriff 'Gespräche'", sagte der künftige Präsident. Bisher kämen Verhandlungen nicht in Frage.

Bei der Präsidentschaftswahl in der abtrünnigen Kaukasusrepublik am vergangenen Sonntag kam Alchanow nach amtlichen Angaben auf knapp 74 Prozent der Stimmen, wobei die Wahlbeteiligung bei rund 85 Prozent gelegen haben soll. Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen vor Ort äußerten jedoch starke Zweifel an der offiziellen Darstellung. Am Dienstag vergangener Woche hatte mutmaßliche tschetschenische Attentäterinnen fast zeitgleich zwei russische Verkehrsflugzeuge gesprengt, wobei insgesamt 90 Menschen getötet wurden. (APA)

Share if you care.