Afrikanische Union wirft Sudan fortgesetzte Angriffe in Darfur vor

4. September 2004, 15:06
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Obasanjo verlangt Garantien von Khartum

Abuja - Die Afrikanische Union (AU) hat dem Sudan fortgesetzte Angriffe auf Zivilisten in der Krisenregion Darfur vorgeworfen. AU-Präsident Olusegun Obasanjo sei "enttäuscht" über die jüngsten Angriffe, von denen Beobachter der Union ihm berichtet hätten, teilte Obasanjos Sprecherin Remi Oyo am Montag in Nigerias Hauptstadt Abuja mit. Er habe von Sudans Präsidenten Omar al Bashir Garantien dafür gefordert, "dass alle Angriffe der Regierungstruppen und der Janjaweed-Milizen aufhören". Anderenfalls werde er die internationale Gemeinschaft davon überzeugen, dass die laufenden Friedensgespräche in Abuja "untergraben" würden.

Ein Gesandter der Vereinten Nationen, Dennis McNamara, berichtete nach seiner Rückkehr aus der Krisenregion im Westen des Sudan von Massenvergewaltigungen. Angehörige der regierungsnahen Milizen würden in Darfur Frauen vergewaltigen, ohne in irgendeiner Form dafür bestraft zu werden, sagte der UNO-Gesandte in Nairobi. Die sudanesische Regierung habe ihre Pflicht nicht erfüllt, die Vertriebenen zu schützen; diese seien immer noch "beständigem Druck" ausgesetzt.

Die AU legte der sudanesischen Regierung und den Rebellengruppen den Entwurf für ein Abkommen vor, um den seit Februar 2003 andauernden Konflikt zu beenden. Damit die Konfliktparteien den Entwurf studieren können, wurden die Gespräche in Darfur am Montag unterbrochen; sie sollten am Dienstagnachmittag fortgesetzt werden.

In der Krisenregion kämpfen seit Februar 2003 zwei Rebellengruppen schwarzafrikanischer Volksgruppen gegen die regierungsnahen arabischen Janjaweed-Milizen. In dem Konflikt wurden bisher nach UN-Schätzungen bis zu 50.000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Menschen wurden in die Flucht getrieben. In der Nacht zum Montag war das UN-Ultimatum abgelaufen, das die Entwaffnung der Janjaweed-Milizen und den Schutz der Flüchtlinge forderte. (APA)

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